• 10.10.2008, 12:44:14
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Kärnten feierte den 10. Oktober

LH Haider: Unsere Geschichte ist patriotisch - Kärnten hat Versprechen gegenüber Volksgruppe erfüllt - Nicht von außen irritieren lassen

Klagenfurt (LPD) - Kärnten gedachte heute, Freitag, der 88.
Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung. Traditionell
feierten Bevölkerung und offizielles Kärnten am Friedhof
Klagenfurt-Annabichl und anschließend bei der Stätte der Kärntner
Einheit im Landhaushof. Landeshauptmann Jörg Haider skizzierte in
seinen Ansprachen die geschichtliche Entwicklung rund um Abwehrkampf
und Volksabstimmung. Er machte deutlich, dass dabei nicht
nationalistisches Denken, sondern die Gemeinschaft sowie Landes- und
Heimatbewusstsein im Vordergrund standen. Die Volksabstimmung von
1920 wäre ohne Abwehrkampf nicht möglich gewesen.

Haider würdigte auch die Rolle der Volksgruppe in Abwehrkampf und
Volksabstimmung. Die Kärntner beider Zungen hätten sich auch nach dem
Zusammenbruch der Monarchie entschlossen, den Weg der Gemeinsamkeit
fortzusetzen. Die Landesversammlung habe daher der Volksgruppe
versprochen, ihr beim geistigen und wirtschaftlichen Aufblühen
dieselbe Fürsorge entgegenzubringen wie der Mehrheitsbevölkerung.
"Und Kärnten hat sein Versprechen eingehalten", betonte der
Landeshauptmann. Er verwies auf das vorbildliche Kärntner
Minderheitenschulwesen sowie die Investitionen in Infrastruktur,
Wirtschaft und Arbeitsmarkt Südkärntens. Kärnten habe aber auch bei
der Amtssprachenregelung und Topographie Wort gehalten, machte Haider
klar.

In diesem Zusammenhang übte er Kritik am Versuch, "Zwietracht,
Diskussion und Streit von außen ins Land zu tragen". So richte die
neue slowenische Regierung bereits Forderungen in der Ortstafelfrage
an Kärnten und Österreich. Es sei jedoch nicht im Sinne einer guten
Nachbarschaft, sich in innere Angelegenheiten des Nachbarn
einzumischen. Dazu habe Slowenien auch kein Recht. Haider forderte
das österreichische Außenministerium auf, Slowenien klar zu machen,
"dass wir es nicht akzeptieren, wenn sie in der Ortstafelfrage neuen
Sprengstoff zünden".

Von der Österreichischen Bundesregierung forderte Haider, dass
sie das Volksgruppengesetz von 1976 endlich als Grundlage der
Ortstafelfrage zur Kenntnis nehme und es im Parlament reparieren
lasse. Der Bund habe nämlich Teile des Gesetzes aufgehoben, das zur
Zeit des "legendären" Landeshauptmann Leopold Wagner entstand und
auch vom damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky als Erfüllung des
Artikels 7 des Staatsvertrages angesehen wurde.

Ein klarer Appell des Landeshauptmannes richtete sich an das
offizielle Kärnten: "Ich erwarte mir von allen Vertretern dieses
Landes, dass sie sich nicht von außen irritieren lassen." Dabei gehe
es auch um die Teilnahme an den 10. Oktober-Feiern. Man gedenke
nämlich dabei, dass Kärnten einen wesentlichen Beitrag zur
Staatsentwicklung Österreichs geleistet und sich immer zum
demokratischen Österreich bekannt habe. An die Adresse der Kritiker
des Heimatbewusstseins gewandt, sagte Haider: "Lasst uns unseren
10.Oktober, er ist ein stolzes Datum für Kärnten, Österreich und
Europa."

Unsere Geschichte ist patriotisch", betonte Haider. Und dies sei
auch wichtig für ein geordnetes Selbstbewusstsein. "Achte jedermanns
Vaterland, doch das deinige, liebe", zitierte er ein Dichterwort. In
Stolz und Friedfertigkeit und in guter Nachbarschaft wolle man die
Heimat gestalten, betonte der Landeshauptmann. Friedfertigkeit müsse
es auf beiden Seiten geben. "Kärnten ist ein Bekenntnis, das wir im
Herzen tragen", so Haider.

Bei den Feiern in Klagenfurt-Annabichl und im Landhaushof nahmen
seitens der Landesregierung auch LHStv. Reinhart Rohr sowie die
Landesräte Peter Kaiser, Uwe Scheuch und Josef Martinz teil. Die
Landesverwaltung war durch Landesamtsdirektor Reinhard Sladko, seinen
Stellvertreter Dieter Platzer sowie zahlreiche Bezirkshauptleute
vertreten. Im Landhaushof begrüßte Landtagspräsident Josef Lobnig die
vielen Festteilnehmer, darunter mehrere Schulklassen. Auch
Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher würdigte die Bedeutung des
10. Oktober.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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