• 02.09.2008, 10:31:27
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MitarbeiterInnen der Österreichischen Medizinischen Universitäten fordern von Minister Hahn die sofortige Finanzierung des Kollektivvertrages

"Wir finden keine ÄrzeteInnen mehr, die an den Unikliniken arbeiten wollen"

Wien (OTS) - Aufgrund des Platzens der Regierung ist die Umsetzung
des bereits ausgehandelten Kollektivvertrages für die
Österreichischen Universitäten in weite Ferne gerückt. Die
Betriebsräte der Medizinischen Universitäten fordern die scheidende
Regierung noch einmal zur Arbeit auf.

Seit 2004 gilt das neue Universitätsgesetz, die Universitäten
wurden in die "Autonomie" entlassen. Inzwischen sind mehr als 4 Jahre
vergangen und die Universitäten haben noch immer keinen
Kollektivvertrag, der Gehälter und Karrieremöglichkeiten
festschreiben würde. Die Umsetzung dieses Vertrages scheitert am
Geld- trotz mehrfacher Lippenbekenntnisse, haben weder Wissenschafts-
noch Finanzminister die benötigten Gelder zur Verfügung gestellt.

Die Konsequenz ist gravierend. Die Arbeitsbedingungen an unseren
Medizinischen Universitäten sind so unattraktiv geworden, dass wir in
vielen Bereichen keinen Nachwuchs mehr finden. "Erstmals kommt es
gehäuft vor, dass sich nur mehr sehr wenige, oft nur einzelne
Bewerber für ausgeschriebene Stellen an unserer Universität
bewerben." so Prof. Thomas Szekeres der Vorsitzende des Betriebsrates
an der Med. Uni Wien. Dies ist ein Alarmsignal und sollte von den
verantwortlichen Politikern auch als solches gewertet werden. Unsere
Universitäten verlieren für hoch qualifizierte Bewerber jede
Attraktivität; es ist kurzfristig mit einem Qualitätsverlust zu
rechnen. Keine qualifizierte Lehre, Forschung und Patientenbehandlung
mehr an den Medizinischen Universitäten wird zwangsläufig die Folge
sein.

Der Kollektivvertrag würde höhere Einstiegsgehälter und bei
Qualifikation die Möglichkeit einer Karriere eröffnen; nur so wäre
es, wenn überhaupt, möglich talentierte Jungwissenschafter oder
ausgebildete Fachleute an die Universitäten zu bringen und dort zu
halten.

"Wenn wir den derzeitigen Weg des Einsparens und Ausquetschens der
Beschäftigten weiter gehen, wird es bald in Österreich keine
Spitzenmedizin mehr geben" so Prof. Martin Tiefenthaler, der
Vorsitzende des Betriebsrates an der Med. Uni. Innsbruck.

In das gleiche Horn bläst auch Prof. Gerhard Schuhmann, der die
Grazer Sicht der Situation wiedergibt: "Die Ausbeutung der
MitarbeiterInnen muss ein Ende haben, denn die Konsequenz ist ein
Kahlschlag mit dem Verlust der besten Köpfe."

Der Appell an die scheidende Regierung: Übernehmen Sie noch ein
wenig Verantwortung, auch wenn Neuwahlen sind, und geben Sie die
zugesagten Mittel für den Kollektivvertrag der Universitäten frei!

Rückfragehinweis:

Die Vorsitzenden der Betriebsräte:
   Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Medizinische Universität Wien,  
   Tel.:  0664 2243929
   Univ. Prof. Dr. Martin Tiefenthaler, Medizinische Universität    
   Innsbruck, Tel.: 0669 12369897
   Univ. Prof. Dr. Gerhard Schuhmann, Medizinische Universität Graz 
   Tel.: 0664 5010634

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