- 05.07.2008, 13:37:46
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13. Europaforum Wachau in Göttweig
LH Pröll: Europa muss Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit geben
St. Pölten (NLK) - Unter dem Titel "Neuer Schwung für Europa"
findet an diesem Wochenende das Europaforum Wachau im Stift Göttweig
statt. Seit 1995 werde das Europaforum Wachau genutzt, um über Ideen,
Perspektiven und Wege für Europa nachzudenken, sagte Landeshauptmann
Dr. Erwin Pröll in seiner Ansprache. Europa suche nach wie vor seinen
Weg in die Zukunft, seine Aufgabe und das Vertrauen der Menschen,
stellte der Landeshauptmann dabei fest. Nicht Europa an sich sei das
Problem, sondern vielmehr die Konstruktion dieses Europas mit seinen
Abläufen, Strukturen und Mechanismen. So greife die Europäische Union
allzu viel und allzu oft in das Alltagsleben des Einzelnen ein, zudem
erscheine die EU in den Augen vieler als Ansammlung von Bürokratie,
Bürgerferne und fehlender Transparenz. Die EU habe außerdem massiv
das Vertrauen verloren durch Entscheidungen, die Kopfschütteln
auslösten.
Doch in dieser Krise würden auch große Chancen für Europa liegen,
betonte der Landeshauptmann. "Europa muss Antworten auf die großen
Herausforderungen unserer Zeit geben", sagte Pröll. Als Beispiele
nannte er die Globalisierung, den Klimawandel oder Engpässe bei
Energie-Ressourcen. Die Menschen würden sich von Europa erwarten,
dass es etwa die Angst vor der Arbeitslosigkeit nimmt und soziale
Sicherheit gibt. Weiters brauche die EU wieder mehr Glaubwürdigkeit
und Ehrlichkeit: "Weg mit der Bürokratie und Fenster auf, damit
Europa wieder transparenter wird", forderte Pröll, der diesbezüglich
auch auf die im Jahr 2006 in St. Pölten abgehaltene
Subsidiaritätskonferenz hinwies.
"Europa braucht neuen Mut, um nicht den Skeptikern das Feld zu
überlassen", so Pröll weiters. Niederösterreich habe seine Chancen
genützt und sei heute eine dynamische Wirtschaftsregion mit
überdurchschnittlichem Wachstum. Die niederösterreichischen
Unternehmen würden heute vier von zehn Euro im Ausland verdienen.
Niederösterreich profitiere von diesem größeren Europa, sei aber auch
sensibel und kritisch gegenüber dem, was sich in diesem Europa tue.
Dieser Kontinent brauche weder Fanatismus noch Populismus, sondern
Staatsmänner mit europäischer Gesinnung und Standhaftigkeit, betonte
Pröll.
"Europa muss auf die Kraft der Regionen setzen", forderte der
Landeshauptmann, "denn sie sind nah an den Menschen". Die Regionen
seien die Bausteine Europas, in denen das Miteinander praktiziert
werden könne, verwies Pröll auch auf das Ziel des Landes
Niederösterreich, zur sozialen Modellregion in Europa zu werden.
Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner, die Präsidentin des
Europaforums Wachau, betonte, dass in einer Zeit der Globalisierung
gerade den Regionen in Europa eine große Bedeutung zukomme, denn die
Regionen gäben den Menschen Heimat und Wurzeln. Das wichtigste
Fundament der EU sei, ein friedliches Miteinander in Europa führen zu
können. Man müsse den Menschen die Skepsis und Angst nehmen und sie
für Europa gewinnen, so Mikl-Leitner.
Der Präsident des Ausschusses der Regionen, Dr. Luc van den Brande,
forderte dazu auf, "aktiv mitzuarbeiten an einer EU, die konkrete
Antworten geben könne für die Menschen und ihre alltäglichen
Probleme". In einer Zeit der Globalisierung sei ein steigendes
Bewusstsein für die Bedeutung der Regionen erforderlich. Er glaube an
eine EU als eine Gemeinschaft von Werten wie Toleranz, Gerechtigkeit
und Solidarität, so van den Brande.
Bundesministerin Dr. Ursula Plassnik meinte, das Europaforum zeige,
wie wichtig es sei, sich mit Geduld und Beharrlichkeit der
europäischen Sache anzunehmen. Der "wichtigste Rohstoff" für Europa
sei die Zuversicht, sagte Plassnik. Es gehe dabei nicht um ein
abstraktes Europa, sondern um das Mitgestalten und Mitverantworten
eines konkreten Europas. Niederösterreich habe nach dem Fall des
Eisernen Vorhanges exemplarisch vorgeführt, worin die greifbaren,
sichtbaren und erlebbaren Vorteile des neuen Europas liegen würden,
so Plassnik.
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005/12172
http://www.noe.gv.at/nlk
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