- 02.07.2008, 15:29:05
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VAT: Erst Trennung, dann De-Regulierung
Alternative Anbieter warnen erneut vor De-Regulierung des Breitbandmarktes / Stop der Wholesale-Angebote der TA bedeutet Ende des Wettbewerbs / Rechtssicherheit ist nötig
Wien (OTS) - Hand aufs Herz: Was würden Sie tun, wenn Sie Anbieter
auf einem heiß umkämpften Markt wären? Ihre Dienste dem Endkunden
direkt anbieten oder freiwillig den Mitbewerb mitnaschen lassen?
Jeder klar denkende Unternehmer wird sich auf das Endkundengeschäft
konzentrieren, ist es doch immer einträglicher, als nur einen Teil
vom Kuchen zu bekommen. Gewinnmaximierung ist nun mal die oberste
Prämisse eines Wirtschaftsunternehmens.
Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Aussage der Telekom Austria
(TA) zu interpretieren, der Verkauf von Vorleistungsprodukten sei ein
maßgeblicher Teil ihres Geschäfts. Was passieren kann, wenn man die
TA in einem regulierungsfreien Raum agieren lässt, hat man erst vor
kurzem gesehen, als die TA einem Mitbewerber den
VoIP-Wiederverkaufsvertrag gekündigt hat. "Ohne brauchbare
Vorleistungsangebote wird es keine Wiederverkäufer geben, das
wiederum ist letztendlich das Ende für den Wettbewerb am
Festnetz-Breitbandmarkt", beschreibt Berthold Thoma, Präsident des
Verbandes der Alternativen Telekom-Netzbetreiber (VAT), die Folgen
der drohenden De-Regulierung des Festnetz-Breitbandmarktes.
Seit Monaten rittern die Alternativen Telekom-Anbieter und
Internet-Service-Provider mit der TKK um eine Lösung im Sinne des
Wettbewerbs. "Die Alternativen Anbieter benötigen, um
wettbewerbsfähig zu bleiben, eine entsprechende Rechtssicherheit und
keine medial kolportierten Zusagen für die nächsten sechs Monate",
spielt der VAT-Präsident auf die Presseaussendung der TA an. "Wir
fordern daher eine regulatorische Lösung, die Rahmenbedingungen für
alle Marktteilnehmer fair regelt und die im Glauben an eine
wettbewerbsorientierte Regulierung getätigten Investitionen der
alternativen Telekommunikationsanbieter nicht frustriert. Nicht
zuletzt geht es hier auch um das Wohl der Kunden dieser Anbieter und
um Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten."
Festnetz-Breitband ist das Messkriterium, das zählt
Ein besonderer Dorn im Auge ist den Alternativen die Argumentation
der TA, dass die De-Regulierung keine Auswirkungen auf die Vielfalt
der Breitbandszugangsmöglichkeiten hat. "Hier wird unserer Meinung
nach Kraut mit Rüben vermischt. Das einzig gültige Messkriterium für
den funktionierenden Wettbewerb auf diesem Markt ist die Anzahl der
Festnetz-Breitband-Anschlüsse und deren Verteilung. Hier liegt
Österreich unter dem EU-Schnitt wie auch die jüngste
Eurobarometer-Umfrage oder der letzte Umsetzungsbericht der
EU-Kommission belegen. Für uns ist es unverständlich, warum
ausgerechnet der Regulierungsstopp diesen Trend umkehren soll",
erklärt Thoma.
Strukturelle Trennung ist fairste Lösung
Abschließend wiederholt der VAT-Präsident die bereits mehrfach
geäußerte Forderung nach einer strukturellen Trennung der TA. "Dieser
Weg wäre die beste Lösung im Sinne eines erfolgreichen Wettbewerbs.
Alle Betreiber hätten dabei die Möglichkeit, die
Infrastrukturleistungen zu gleichen Bedingungen einzukaufen. Nehmen
wir zum Beispiel Großbritannien, dort wurde zuerst eine Trennung des
Ex-Monopolisten in eine Infrastruktur- und Dienstegesellschaft
vorgenommen und erst dann der Breitbandmarkt de-reguliert. Unter
diesen Bedingungen können wir gerne über eine De-Regulierung des
österreichischen Breitband-Marktes reden".
Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)
Der VAT ist die Interessenvertretung der aufgrund der
Liberalisierung in der Telekommunikation tätig gewordenen Betreiber
und hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur Schaffung
fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen beigetragen. Zu
seinen Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem Festnetz- und
Mobilbereich, die neben den klassischen Telekommunikationsleistungen
wie Sprachdienste für Endkunden und dem Errichten von
Kommunikations-Infrastruktur auch Datendienste und Datenanbindungen
anbieten. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr
insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Von den neuen Betreibern
wurden in den letzten Jahren rund 5 Milliarden Euro investiert. Die
Mitglieder des VAT sind Colt, Hutchison, ONE, T-Mobile, T-Systems,
Tele2 und Verizon.
Rückfragehinweis:
Mag. Ute Rabussay, stv. Geschäftsführerin des VAT
Mariahilfer Straße 37-39, 1060 Wien
Tel.: +43 1 588 39-30
mailto:[email protected] ; Web: http://www.vat.at
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