- 30.06.2008, 10:07:30
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Greenpeace-Protestkundgebung vor der japanischen Botschaft in Wien
Freilassung von in Japan inhaftierten Walschützern gefordert
Wien/Tokio (OTS) - Zwanzig Aktivisten der Umweltorganisation
Greenpeace protestierten heute Vormittag vor der japanischen
Botschaft in Wien gegen die Inhaftierung der beiden Walschützer
Junichi Sato und Toru Suzuki. Die beiden japanischen
Greenpeace-Mitarbeiter hatten im Mai des Jahres einen weit reichenden
illegalen Handel mit Walfleisch innerhalb der "wissenschaftlichen
Walfangflotte" Japans aufgedeckt.
Anstatt jedoch die tatsächlichen Täter zu verfolgen, wurden am 20.
Juni die beiden Greenpeace-Aktivisten festgenommen. Die Kundgebung in
Wien ist nun Teil einer weltweiten Protestwelle von Greenpeace.
"Unsere Kollegen haben sich stets kooperativ gegenüber der
Staatsanwaltschaft verhalten und tun das noch immer. Sie plötzlich zu
verhaften, ist eine völlig unverständliche Reaktion der japanischen
Behörden, die offenbar politisch motiviert ist. Wir fordern
Gerechtigkeit für unsere Kollegen und richten einen Appell an den
japanischen Botschafter in Wien, Herrn Akio Tanaka, sich dafür
entsprechend zu engagieren", appelliert Greenpeace-Sprecher Philipp
Strohm.
Im Mai dieses Jahres hatten die Greenpeace-Aktivisten eine
viermonatige Recherche mit einem skandalösen Ergebnis zum Abschluss
gebracht: Innerhalb der japanischen Walfangflotte, die unter dem
Deckmantel der Wissenschaft auf die Jagd geht, deckten sie einen
illegal mit Walfleisch operierenden Händlerring auf. Crew-Mitglieder
der "Nisshin Maru", dem Schiff, auf dem die Meeressäuger zerlegt und
in Boxen verpackt werden, zweigten die besten Stücke ab, um sie
später an private Händler zu verkaufen.
Greenpeace gelang es, eine dieser Boxen sicherzustellen, die als
privates Gepäck deklariert war. Beim Öffnen der Kiste stellte sich
heraus, dass sie 23,5 Kilogramm vom besten Walfleisch mit einem
geschätzten Marktwert von bis zu dreitausend US-Dollar enthielt.
Insgesamt wurden mindestens 93 Kartons dieses "privaten Gepäcks" von
zumindest 23 Crew-Mitgliedern verschickt. Die sichergestellte Box
wurde von den Aktivisten sofort an die zuständige Staatsanwaltschaft
übergeben. Diese nahm vorübergehend Ermittlungen auf, verhaftete dann
aber überraschenderweise die beiden Greenpeace-Aktivisten.
Die Aussagen eines ehemaligen Crew-Mitglieds erhärten den von
Greenpeace gehegten Verdacht, dass der illegale Handel schon länger
getätigt wird, und nicht nur die Betreiber der Walfangflotte, sondern
auch die Behörden in diesen Skandal involviert sind. "Anstatt
diejenigen einzusperren, die sich für den Erhalt der stark
dezimierten Walbestände einsetzen und Korruptionsskandale aufdecken,
sollte die japanische Polizei vielmehr Ermittlungen gegen die
Betreiber der Fangflotte und die verantwortlichen Behörden
aufnehmen", fordert Strohm. "Unsere beiden Kollegen wegen Diebstahls
einzusperren, ist jedenfalls nicht nachvollziehbar. Schließlich haben
sie das unterschlagene Walfleisch umgehend als Beweismittel der
Polizei übergeben", so Strohm.
Der heutige Protest in Wien ist Teil einer Reihe von weltweit
stattfindenden Greenpeace-Aktionen zur Freilassung von Junichi Sato
und Toru Suzuki. Zudem bekundeten bereits über 160.000 Menschen per
E-Mail an die japanische Regierung ihren Unmut über die Verhaftung
der beiden Walschützer. Am 1. Juli wird nun in einer erneuten
Anhörung entschieden, ob die beiden Aktivisten weiterhin inhaftiert
bleiben. Nach japanischem Gesetz können Personen bis zu 23 Tage ohne
konkrete Anschuldigung festgehalten werden.
Das Dossier "Stolen Japanese Whale Meat Scandal" zum Download:
http://www.greenpeace.org/whale-meat-scandal
Rückfragehinweis:
Steffen Nichtenberger, Pressesprecher Greenpeace; Tel.: 0664-6126703
Philipp Strohm, Kampagnensprecher Greenpeace; Tel.: 0664-6126721
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