• 26.05.2008, 12:10:16
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Greenpeace-Report zeigt Lobby-Netzwerk der Autoindustrie

EU-Richtlinie zur Reduktion von CO2-Emissionen unter schwerem Beschuss

Brüssel/Wien (OTS) - Selten zuvor wurde während eines
Gesetzgebungsprozesses innerhalb der EU derart heftig lobbyiert wie
derzeit von der Autoindustrie gegen die Reduktion der CO2-Emissionen
bei Pkw. Das zeigt die Umweltorganisation Greenpeace in einem
umfassenden Report auf, in dem diese Offensive der Auto-Lobby und
deren bisherige Erfolge zu Lasten der EU-Klimaschutzpolitik
offengelegt werden.

Der neue Greenpeace-Bericht weist auch auf die engen Verbindungen
zwischen den Lobbyisten und der Politik - gerade in Deutschland - hin
und enthüllt damit die tatsächlichen Gründe für den Einsatz von
Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen sowie der deutschen
Kanzlerin Angela Merkel gegen die geplante EU-Richtlinie.

Obwohl die Autoindustrie in einer freiwilligen Selbstverpflichtung
bereits 1998 versprochen hatte, die CO2-Emissionen pro gefahrenem
Kilometer auf 140 Gramm bis zum Jahr 2008 zu senken, halten wir im
europäischen Flottendurchschnitt nach wie vor bei rund 160 Gramm.

Auf den von der Europäischen Kommission nun vorgeschlagenen
Gesetzesentwurf zu einer Reduktion des CO2-Ausstosses reagieren die
Vertreter der Autoindustrie ablehnend und mit einer massiven
Gegenkampagne, die zum Ziel hat, den Gesetzesentwurf zu verzögern und
zu verwässern: ein bislang äußerst erfolgreiches Vorgehen, voll an
Drohungen, den Sozialstaat nicht mehr weiter finanzieren zu können
und tausende von Jobs streichen zu müssen.

Neben all den Lobby-Aktivitäten hängt man sich in der
Öffentlichkeit aber gern ein grünes Mäntelchen um: "Auf Automessen
werden den Besuchern Öko-Drinks in der so genannten Biotreibstoff-Bar
serviert, während im Verkauf weiter auf schwere und somit
treibstoffintensive Modelle gesetzt wird", kritisiert
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. Und während in der Autowerbung
"Efficient Dynamics" und "Eco-Cars" angepriesen werden, liegen die
Emissionen der zuletzt auf der Genfer Automesse präsentierten
Neuwagen im Schnitt bei über zweihundert Gramm CO2 pro gefahrenem
Kilometer.

Trotz all dem hat sich die Europäische Union dazu verpflicht, die
CO2-Emissionen bis zum Jahre 2020 um mindestens zwanzig Prozent zu
reduzieren. Der CO2-Reduktion im Verkehrsbereich kommt dabei
besondere Bedeutung zu, macht dieser Sektor doch rund 22 Prozent der
gesamten CO2-Emissionen innerhalb der EU aus, Tendenz steigend. "Wenn
sich die EU-Kommission weiterhin von der Autoindustrie auf der Nase
herumtanzen lässt, erweist sie der Klimaschutz-Politik einen
gehörigen Bärendienst. Noch ist die EU gerade beim Klimaschutz
Vorbild für zahlreiche andere Staaten. Sollte sie sich jetzt von der
Auto-Lobby in die Knie zwingen lassen, wird sich das die Industrie in
aller Welt zum Vorbild nehmen", befürchtet Schinerl.

Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
Niklas Schinerl, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126704
http://www.greenpeace.at/news_verkehr_080526

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