- 16.01.2008, 15:55:49
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Hinterleitner: Mehrheit der Gastro-Betriebe setzt auf freie Entscheidung
Unverständnis für Querschüsse aus den eigenen Reihen - "Ein gastfreundliches Urlaubsland lässt seinen Gästen die Wahl"
Wien (PWK032) - Als nicht akkordierten und unüberlegten Querschuss
sieht die Standesvertretung der heimischen Gastronomie die Meinung
von Sepp Schellhorn, der sich namens der Österreichischen
Hoteliervereinigung Journalisten gegenüber für ein "generelles
Rauchverbot" in allen Hotel- und Gastgewerbebetrieben ausgesprochen
hat.
"Die Mehrzahl unserer Mitglieder reagiert mit Verärgerung und
großem Unverständnis auf derartige Einzelmeinungen von Personen, die
ja nur ein zahlenmäßig kleines Segment der Branche vertreten",
berichtet der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der
Wirtschaftskammer Österreich, Helmut Hinterleitner. Hinterleitner
spricht für rund 58.000 Mitgliedsbetriebe des Fachverbandes. Darunter
sind allein rd. 13.000 Betriebe mit einer Lokalfläche von weniger als
75 m2, für die die Gegner einer liberaleren Regelung auf ein
komplettes Rauchverbot setzen. Der Fachverband kämpft massiv dafür,
dass den Betrieben das Wahlrecht zwischen einem Raucher- und einem
Nichtraucherlokal erhalten bleibt.
"Im Gegensatz zur ÖHV haben wir unsere Mitgliederbetriebe sehr
wohl befragt und wissen aus aktuellen Umfragen, dass fast 78% der
Betriebe ein generelles Rauchverbot ablehnen", betont Hinterleitner.
Die Befürworter eines generellen Rauchverbots, die sich auf eine
angeblich positive Resonanz auf die Rauchverbote in Slowenien und
Bayern berufen, negieren überdies die aktuellen Umfragen der
Branchenverbände dieser Länder, die eindeutig zum Schluss kommen,
dass ein generelles Rauchverbot mit massiven Umsatzeinbußen verbunden
ist. In Slowenien beispielsweise ergibt sich lt. einer Umfrage des
dortigen Branchenverbandes nach dem im August 2007 eingeführten
totalen Rauchverbot folgendes Bild: 69,8% der Gastwirte verzeichneten
Umsatzeinbußen, davon 33,7% im Ausmaß zwischen 31% und 50% und ein
gutes Drittel zwischen 11% und 30%.
Es mehren sich auch Berichte, wonach immer mehr Bayern, unter
Ausnützung der neuen Reisefreiheiten, zum Essen in benachbarte
tschechische Orte fahren, wo sie dem Essen eine "Genuss-Zigarette" im
Lokal folgen lassen können. Auch die Gründung privater
"Rauchervereine" und "Raucherklubs" findet ausländischen
Medienberichten zufolge in diesen Ländern rasche Verbreitung.
"Ich frage mich daher, ob Präsident Schellhorn sich wirklich
überlegt hat, was er mit derartigen Aussagen dem österreichischen
Gastgewerbe antut! Hier geht es ihm offensichtlich um reine
Partikularinteressen, die jegliche Solidarität mit den Anliegen der
gesamten Branche vermissen lassen", kritisiert Hinterleitner
Die ÖHV habe sich beim Thema Nichtraucherschutz bisher kaum
engagiert. Wenn Schellhorn dies tatsächlich ein Anliegen wäre, hätte
er auch bisher bereits mit gutem Beispiel vorangehen und alle seine
Betriebe als Nichtraucherbetriebe führen können. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband Gastronomie Dr. Thomas Wolf Tel.: (++43) 0590 900-3560 mailto:[email protected] http://diegastronomie.at
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