"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: Zitterpartie

Die SPÖ fühlt sich in der Regierung wohl - das ist zu wenig, um zu reüssieren.

Wien (OTS) - Die Sternsinger waren glücklich. 200 Euro legte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ihnen ins Körberl. Mehr hat keiner gegeben. Polemisch formuliert könnte man sagen: Zumindest die drei jungen Burschen werden mit dem SPÖ-Chef zufrieden sein. Sonst gibt es überwiegend schlechte Noten für Kanzler und Partei. Ein Jahr nach Amtsantritt kann Gusenbauer keinen Kanzlerbonus vorweisen, und die SPÖ hinkt in den Umfragen der ÖVP hinterher. Da kann es für den "Volkskanzler"nur ein schwacher Trost sein, dass ÖVP-Chef Wilhelm Molterer als Finanzminister gerade nur als fleißiges Bienchen breite Anerkennung findet. Schuld an der schlechten Nachrede für die SPÖ ist neben der Keiferei in der Regierung vor allem das Umfaller-Image der Partei. Noch immer haben viele der Partei nicht verziehen, für die Macht zentrale Wahlversprechen verkauft zu haben. Das können auch jene "Erfolge" nicht aufwiegen, die Gusenbauer gestern wieder als Bilanz präsentierte. Immerhin: Anders als bis vor einem Jahr ist Gusenbauer als Chef unumstritten, und die Partei hat ihr angeknackstes Selbstbewusstsein aufpoliert. Der SPÖ gefällt es einfach in der Regierung besser als in der Opposition. Das allein reicht aber maximal für eine Zitterpartie bis zur nächsten Wahl.

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