"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Nur im Kreis geschickt"

Länger arbeiten, ok. Aber in welchen Jobs? Das ist noch die Frage.

Wien (OTS) - Nach zwei Jahren mit Hochkonjunktur fallen die Jubelmeldungen und Warnungen vom Arbeitsmarkt erwartungsgemäß aus. Regierungsseitig werden Erfolge breitgewalzt, für die vor allem die Wirtschaft und nicht die Politik verantwortlich ist.
Und Opposition und Arbeiterkammer suchen beharrlich Haare in der Suppe, obwohl die Arbeitslosigkeit erfreulicherweise seit 22 Monaten sinkt.
Weil der Blick über den ideologischen Tellerrand offenbar so schwer fällt, bleiben viele tatsächlich vorhandene Fragen unbeantwortet. Diese "Schnittstellenprobleme" gibt es zwischen Job und Familie, zwischen dem Arbeitsmarkt und dem Bildungsbereich oder zwischen dem Arbeitsmarkt und dem Pensionssystem.
Ein Beispiel: Auch im neuen Jahr werden wieder Pensionsexperten auftreten, die aufgrund der steigenden Lebenserwartung eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit fordern werden. Und auch heuer wird wieder beklagt werden, wie schwierig es ist, Beschäftigung für arbeitslose über 50-Jährige zu finden. Es kann ja kein Zufall sein, dass ausgerechnet in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit steigt, obwohl sie insgesamt kräftig sinkt.
Wenn die Behebung des Fachkräftemangels wirklich eine der vordringlichsten Hausaufgaben der Wirtschaftspolitik ist, wundert es umso mehr, dass es nicht und nicht gelingt, vermehrt auf den Erfahrungsschatz der Älteren zurückzugreifen. Kreativität ist gefragt. Menschen nur immer länger zwischen Sozialamt, AMS und der Pensionsversicherungsanstalt hin und her zu schicken, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
wirtschaft@kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0003