"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: So geht das nicht

Was wir im neuen Jahr nicht mehr hören wollen, aber hören werden.

Wien (OTS) - Mitte vergangenen Jahres tat sich Seltsames. Obwohl erst sechs Monate im Amt, verordnete sich die Große Koalition einen Neustart. "So geht das nicht", befand der Kanzler angesichts der Querelen zwischen SPÖ und ÖVP. Die Bevölkerung wünsche zu Recht, dass die Regierung arbeitet, nicht zankt. Einen Monat später beklagte Alfred Gusenbauer im KURIER-Interview, die positive Bilanz von Rot und Schwarz werde von Streit überlagert. Vizekanzler Wilhelm Molterer jammerte über "Verzetteln in Klein-Klein". Und gelobte wie Gusenbauer erneut Besserung. Ende Dezember, kurz vor dem ersten Jahrestag des rot-schwarzen Bündnisses, lamentierte dieser: "Die Menschen wollen Leistungen sehen, dauernd streiten nervt alle." Meine Herren, Ihre Aussagen nerven. Beteuern Sie nicht, machen Sie! Wir würden ja, aber die ÖVP will Gusenbauer keinen Erfolg gönnen, redet sich die SPÖ aus. Wir würden ja, aber die SPÖ hat keine klare Linie, und der Kanzler ist führungsschwach, tönt es aus der ÖVP. Ergo werden wir auch kommenden Sommer von Gusenbauer hören: "So geht das nicht." Der Bundespräsident wird auch bei seiner nächsten Neujahrsansprache die Regierung zur Einigkeit mahnen. Und wir werden gelangweilt singen:
Alle Jahre wieder.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002