Kaske zu Arbeitslosigkeit: Sozialpartnerpaket für Arbeit und Bildung rasch umsetzen

Erneuter Rückgang der Arbeitslosigkeit erfreulich - negativer Trend bei über 50-jährigen bietet jedoch keinen Anlass zur Euphorie

Wien (ÖGB/vida) - Über den weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Dezember zeigte sich vida-Vorsitzender und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske erfreut: "Der Arbeitsminister darf jetzt aber nicht die Hände in die Hosentaschen stecken", betonte Kaske. Die Wirtschaftsforscher seien sich in ihren Prognosen einig, dass trotz langsameren Wachstums auch das Jahr 2008 für die Wirtschaft gut verlaufen werde. Alleine darauf dürfe man sich aber nicht verlassen. "Deshalb muss man den positiven Trend am Arbeitsmarkt mit einer raschen Umsetzung des Sozialpartnerpakets für mehr Beschäftigung und Qualifikation weiter fördern. Die Regierung muss deshalb sämtliche Anstrengungen für Investitionen in Arbeit, Qualifizierungsmaßnahmen und Bildung weiter intensivieren", unterstrich der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher.++++

Dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um 4,9 Prozent und jene der SchulungsteilnehmerInnen um über 11 Prozent zurückgegangen ist, sei zu begrüßen, so Kaske weiter. "Eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent bedeutet aber, dass noch 265.306 Menschen in Arbeitslosigkeit verweilen müssen", unterstrich Kaske und fügte hinzu: "Trotzt des nun erzielten tiefsten Standes seit dem Jahr 2000 besteht kein Grund zum Jubeln. Man muss bedenken, dass jetzt noch immer 60.000 Menschen mehr als im Dezember der Konjunkturhochphase 2000 auf Arbeitssuche sind."

Bestehen bleibe nach wie vor das Problem, dass ältere Arbeitssuchende noch immer nicht vom Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt profitieren können. "In der Altersgruppe ab 50 ist die Zahl der vorgemerkten Personen erneut angestiegen", gab Kaske zu bedenken. "Zur Euphorie besteht deshalb leider kein Anlass", bedauerte der vida-Vorsitzende, "die Unternehmen müssen noch stärker umdenken und mehr altersgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen." Positive Beispiele dazu sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für ältere Beschäftigte stellen die Sozialpartner auf der Homepage www.arbeitundalter.at ausführlich dar.

Der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher appellierte noch einmal an die Regierung, das Arbeitsmarktpaket der Sozialpartner ohne Verzögerung umzusetzen. Die zentralen Punkte des Pakets seien die Ausbildungsgarantie für Jugendliche und die Schaffung von besseren Auffangnetzen: "Der Blum-Bonus hat sich als nicht sehr effizient erwiesen - seine Mitnahmeeffekte sind sehr hoch. In der Industrie gab es beispielsweise 2006 nur um neun Lehrlinge mehr als 2005", erklärte Kaske.

Auch eine Qualifizierungsoffensive für dringend benötigte Fachkräfte ist im Soziapartnerpaket vorgesehen. "Rund 45 Prozent der Arbeitslosen haben nur einen Pflichtschulabschluss. Diese Qualifizierungslücke muss dringend geschlossen werden", ergänzte Kaske. Im Paket seien auch Maßnahmen, welche die Wiedereingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt fördern, fixiert worden. "Die in der aktuellen Statistik in den Bereichen der Lehrstellensuchenden und der arbeitssuchenden Frauen sichtbare Wende hin zum Positiven muss nun unverzüglich mit den Maßnahmen des Sozialpartnerpakets verstärkt werden", unterstrich der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher abschließend.

ÖGB, 2. Jänner 2008 Nr. 001

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