Erfolgreiche Operationen gegen Kinderpornographie im Internet

Ausforschung von 107 Tatverdächtigen in Österreich

Wien (OTS) - Gleich zwei Operationen gegen Kinderpornographie im Internet - "Orangebill" und "Sinon" - konnte das Bundeskriminalamt gemeinsam mit den Landeskriminalämtern erfolgreich abschließen.

Die Operation "Orangebill" nahm ihren Ausgang in den Vereinigten Staaten. Dabei stellten die U.S.-Behörden die finanziellen Aspekte bei der Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet in den Vordergrund. Es wurden gezielt Personen ins Visier genommen, die Abrechnungsdienste für Kinderpornographie-Websites anboten oder vom finanziellen Erlös profitierten.

Die Internetseiten waren so aufgebaut, dass zunächst einige Vorschau-Seiten präsentiert wurden, an die sich eine Seite mit einer Anmeldeinformation zu einem "Mitgliederbereich" anschloss. Wenn ein Kunde Zugang zu diesem Bereich haben wollte, aktivierte er einen Link zur Anmeldeseite, auf der Zahlungsmodalitäten angeführt waren. Das FBI konnte die Inhalte eines solchen Anmeldebereiches sicherstellen und Daten von weltweit 2500 Kunden ausforschen. Aufgrund dieser Vorarbeiten konnten in Österreich 27 Verdächtige ermittelt und angezeigt werden.

Zur Operation "Sinon" führten Hinweise aus Deutschland. Bei einem Internetdienst konnten zwei Videodateien, die den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen blonden Mädchens und eines zehnjährigen asiatischen Mädchens zeigten, sichergestellt werden. Das Internetunternehmen übergab sämtliche Logfiles der User, die versucht hatten sich diese Videos downzuloaden. Aufgrund dieser Daten konnten in Österreich 80 Verdächtige ausgeforscht werden.

Darunter war ein 44-jähriger Wiener dessen PC bei der Hausdurchsuchung online war - als Bildschirmschoner verwendete er ein Bild, das er selbst beim Missbrauch seiner zehnjährigen Stieftochter angefertigt hatte.

Weiters wurden ein Sozialpädagoge, ein Erzieher, ein Hauptschullehrer, ein Schulwart und Ärzte - alles Personen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Kindern in Kontakt kommen -ausgeforscht.

Für Innenminister Günther Platter sind diese erfolgreichen Operationen ein weiterer Beweis für die Wichtigkeit grenzüberschreitende Polizeikooperation. "Kindesmissbrauch ist ein abscheuliches und zutiefst verachtenswürdiges Verbrechen, das wir schärfstens bekämpfen. Das globale Problem von Kindesmissbrauch und der Verbreitung von Kinderpornographie beweist die dringende Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit. Wir werden diese auch in Zukunft weiter ausbauen und intensivieren", so Platter abschließend.

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Bundeskriminalamt
Oberst Gerald Hesztera
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