Innenminister Günther Platter: Niedrigste Zahl an Verkehrstoten

686 Verkehrstote - Geringste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen - Schwerpunktkontrollen der Exekutive werden weiter intensiviert

Wien (OTS) - Innenminister Günther Platter freut sich über die niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1950. Im Jahr 2007 sind im österreichischen Straßenverkehr bei 639 tödlichen Unfällen insgesamt 686 Personen getötet wurden.

Dieses vorläufige Ergebnis bedeutet einen neuerlichen Rückgang von 6,0 % oder 44 Getöteten gegenüber dem Vorjahr. "Jeder Verkehrstote ist natürlich einer zuviel", betont der Innenminister: "Deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit unser oberstes Anliegen. Vor allem Prävention und Kontrolle leisten einen enormen Beitrag zur Verhinderung von Unfällen im Vorfeld", so Platter.

Geringste Zahl von Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen Insgesamt betrachtet ist dies die bisher absolut geringste Zahl von Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BM.I vor 57 Jahren (1950). Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2948 Tote) sind dies weniger als ein Viertel der Todesopfer von damals, obwohl sich der Fahrzeugbestand seither mehr als verdoppelt hat. Noch vor 8 Jahren, im Jahr 1999, gab es in Österreich mehr als 1000 Tote (1079) im Straßenverkehr. Der Rückgang seit damals beträgt mit 36 % mehr als ein Drittel.

Bei den Gesamtunfällen mit Personenschaden und den dabei Verletzten gab es bis Ende Oktober 2007 allerdings Anstiege um 4,9 % bzw. 4,6 %.

Schwerpunktkontrollen der Exekutive werden weiter intensiviert Für Innenminister Günther Platter ist diese Bilanz kein Grund sich zurückzulehnen. "Unsere strategische und zielgerichtete Verkehrsüberwachung und Verkehrskontrolle wird auch künftig an die aktuellen Entwicklungen und Erfordernisse angepasst und auch im kommenden Jahr weiter intensiviert und verstärkt, so der Innenminister. Basis dieser möglichst punktgenauen Schwerpunktkontrollen seien die auf Grundlage der Verkehrsunfallberichte ausgearbeiteten Empfehlungen der Exekutive.

Dazu wird verstärkt an einer Modernisierung der Verkehrsüberwachungsgeräte gearbeitet. "Beispielsweise wird der erfolgreiche Weg des Einsatzes der derzeit 715 Alkoholvortestgeräte und der damit einhergehenden wesentlichen Erhöhung der Kontrolldichte fortgesetzt", so der Innenminister zu den vorläufigen Unfallzahlen des Jahres 2007. Die Radargeräte werden weiter auf digitale Systeme umgerüstet, derzeit haben wir 93 von 168 Radaranlagen mit digitaler Technik ausgestattet. Damit ist eine Steigerung der Effizienz in der Überwachung möglich.

Gemeinsame verkehrs-, kriminal- und fremdenpolizeiliche Schwerpunktaktionen

Das Bundesministerium für Inneres bemüht sich jedenfalls, durch optimierten Einsatz von Exekutivbeamt/innen ein Maximum an Präsenz der Exekutive im Straßenverkehr zu gewährleisten und damit, gleichzeitig mit verkehrspolizeilichen, kriminalpolizeilichen und fremdenpolizeilichen Schwerpunktaktionen - nicht zuletzt seit der Schengenerweiterung - zur Erhöhung der Sicherheit in unserem Land beizutragen.

Bundesländerstatistik

Burgenland 32 Verkehrstote (2006: 21)
Kärnten 58 (67)
Niederösterreich 191 (222),
Oberösterreich 146 (139),
Salzburg 46 (51),
Steiermark 113 (112),
Tirol 49 (59),
Vorarlberg 16 (26) und
Wien 35 (33).

Zunahmen gab es dabei in Burgenland (+11 Tote), Oberösterreich (+7), Steiermark (+1) und in Wien (+2). Dazu ist anzumerken, dass die vorgenannten Bundesländer im Jahr 2006 historische Tiefststände registrierten. Die Bundesländer Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg erreichten im abgelaufenen Jahr die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 40 Jahren.

Schwerste Unfälle

Die beiden schwersten Unfälle des Jahres 2007 ereigneten sich in NÖ und OÖ. Am 21. Jänner verunglückten auf der B 1 in OÖ bei Attnang-Puchheim bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw 4 Menschen tödlich und in NÖ kamen am 23. März bei Willendorf auf einem unbeschrankten Bahnübergang bei einer Kollision mit einer Eisenbahn ebenfalls 4 Pkw-Insassen ums Leben.

Verkehrsbeteiligung

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2007 verloren 370 PKW-Insassen, 34 Lkw-Insassen (davon 21 in einem Klein-LKW), 97 Motorrad-Fahrer, 4 Autobus-Insassen, 23 Moped-Fahrer (davon 3 Quads), 37 Radfahrer, 105 Fußgänger und 16 sonstige Beteiligte (9 Traktor, 6 Microcar und 1 Go-Kart) ihr Leben.

Zurückgegangen gegenüber dem Vorjahr sind die getöteten Pkw-Insassen, die Mopedfahrer, die Radfahrer und die Fußgänger. Allerdings starben mehr als ein Drittel (34) der 105 Fußgänger in den letzten beiden Monaten des Jahres (November und Dezember). Mehr als die Hälfte (59) der getöteten Fußgänger war über 60 Jahre alt, davon 22 sogar über 80 Jahre.

Geringfügig angestiegen ist die Anzahl der getöteten Motorradfahrer (seit 1992 bewegt sich diese Zahl zwischen 84 und 112), der getöteten Traktor-Lenker, der Insassen in Microcars und der Quad-Lenker.

Hauptunfallsursachen

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (35,8 %), Vorrangverletzung (13,6 %), Überholen (11,5 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (10,3 %), Fehlverhalten von Fußgängern (7,4 %), Übermüdung (4,3 %) und Herz-/Kreislaufversagen (1,6%) festgestellt werden.

Unfallkausale Alkoholisierung war bei 7,3 % der tödlichen Unfälle gegeben, 50 Menschen kamen dabei ums Leben.
Die Zahl der getöteten Kinder unter 14 Jahren ist stark zurückgegangen und erstmals unter 20 gesunken. 13 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr ums Leben, die meisten davon als Pkw-Insassen (7), als Fußgänger (3), als Radfahrer (2) und als Lkw-Insasse (1). Im Jahr 2006 waren es 23.

31 Tote auf Bahnübergängen, 20 Fußgänger starben auf Schutzwegen Auf Eisenbahnkreuzungsanlagen ereignete sich im Jahr 2007 eine besonders tragische Unfallserie. 31 Menschen kamen dabei auf Bahnübergängen - zumeist auf unbeschrankten Kreuzungsanlagen - bei Kollisionen mit Eisenbahnen ums Leben (2006 waren es 21).

75 Verkehrstote mussten auf Autobahnen und 9 auf Schnellstraßen verzeichnet werden, diese Zahlen sind so gering wie nie zuvor und bedeuten einen Anteil von 12,2 % an allen Verkehrstoten. Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich demnach im untergeordneten Straßennetz (Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen).
Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kam im Vorjahr ein Mensch ums Leben (2006 waren es 2).

In Baustellenabschnitten auf Straßen ereigneten sich im Vorjahr 12 tödliche Verkehrsunfälle (2006: 11), davon 6 auf Autobahnen und Schnellstraßen.

4 Tote mussten im abgelaufenen Jahr in Straßentunneln beklagt werden (Vorjahr 12), davon 3 im hochrangigen Straßennetz (A und S). Bei 3 tödlichen Verkehrsunfällen waren Lenker von Gefahrguttransporten beteiligt. 9 Getötete waren 17-jährige Pkw-Lenker mit vorgezogener Lenkberechtigung (L 17). 6 Getötete waren 15-jährige Moped-Lenker mit Moped15-Ausweis.

20 Fußgänger kamen im Vorjahr auf Schutzwegen ums Leben; 13 auf ungeregelten und 7 auf geregelten Schutzwegen, davon 4 als sogen. "Rotgeher" bei Lichtsignalanlagen.

35 % aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt es ist nur ein einziges Fahrzeug beteiligt. 101 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

12 Verursacher von tödlichen Verkehrsunfällen begingen Fahrerflucht, ebenfalls 12 Fahrzeuglenker waren nicht im Besitz einer gültigen Lenkberechtigung. 7 getötete Moped-/Motorradlenker verunglückten ohne Sturzhelm. Bei 15 tödlichen Verkehrsunfällen kam es zu Fahrzeugbränden.

91 der 686 Verkehrstoten waren ausländische Staatsangehörige, das sind 13,3 %.

Verkehrssicherheit muss weiter verbessert werden

Innenminister Günther Platter dankt abschließend auch allen verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern und den Kolleginnen und Kollegen der Exekutive für ihren konsequenten persönlichen und oft nicht ungefährlichen Einsatz im Dienste der Sicherheit auf Österreichs Straßen.

"Alle Maßnahmen, die wir setzen, zielen primär auf die Reduzierung der Verkehrsunfälle und somit der Reduzierung von viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen ab. Es ist deshalb unsere Pflicht, die Verkehrssicherheit in Österreich weiter zu verbessern, die Exekutive wird ihren Beitrag dazu jedenfalls leisten".

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