- 10.12.2007, 15:16:49
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Posthume Auszeichnung für Hrant Dink im Bundeskanzleramt
Staatssekretärin Heidrun Silhavy ehrte den ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink und dessen Witwe Rakel.
Wien (OTS) - Gleich zwei hochrangige Preise konnte Hrants Witwe
Rakel Dink am Tag der Menschenrechte im Wiener Bundeskanzleramt
entgegennehmen. Den PaN - Jubiläumspreis, der Preis, der vom
Dachverband der österreichisch-ausländischen Gesellschaften gestiftet
wird und den Preis des "International Press Institute", das Hrant
Dink als "World Press Freedom Hero 2007" auszeichnet.
Wer war Hrant Dink? Der 53-jährige Armenier wuchs in einem
armenischen Waisenhaus in Istanbul auf, studierte Zoologie und
Philosophie und leitete gemeinsam mit seiner Frau Rakel ein
armenisches Ferienheim, in dem er selbst als Kind seine Sommer
verbracht hatte. Dieses Heim wurde nach dem Militärputsch in den 80er
Jahren beschlagnahmt, Dink als politisch Engagierter mehrmals
verhaftet. Er begann zu schreiben, verfasste Essays und Kommentare,
meist über die armenische Geschichte: Er hatte sich geweigert, die
Vertreibung und Ermordung von mehr als einer Million in der Türkei
lebenden Armeniern während des ersten Weltkriegs zu leugnen. Und er
kämpfte für das Recht der Armenier in der Türkei. Was ihm zahlreiche
Gerichtsprozesse bescherte, ehe er von türkischen Nationalisten
umgebracht wurde.
Staatssekretärin Silhavy betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit des
Minderheitenschutzes in der Türkei. Ebenso dringlich sei die
Abschaffung des berüchtigten Paragraphen 301 des Strafgesetzbuches,
das viele Kritiker wegen "Beleidigung des Türkentums" vor den Richter
bringe und schließlich mundtot mache. Anschläge auf liberal gesinnte
Vertreter würden zudem unzureichend aufgeklärt oder bestraft.
Freilich müsse auch gesagt werden, dass "die Türkei ein Land ist, in
dem demokratische Wahlen stattfinden und der Einfluss der Militärs
zurückzugehen scheint". Doch "solange wir Menschen aus der Türkei aus
gutem Grund Asyl gewähren, ist ein EU-Beitritt dieses Landes
ausgeschlossen.", folgerte die Staatssekretärin.
"Mit der Verleihung der Preise an Rakel Dink am Tag der
Menschenrechte hoffe ich einen Beitrag zu leisten, dass sich das
Heimatland von Rakel und Hrant Dink in eine humanere Zukunft
bewegt.", schloss Silhavy.
Rakel Dink dankte für den "erwiesenen Respekt, der tröstlich und
ermutigend" sei.
Rückfragehinweis:
Cornelia Zoppoth
Pressesprecherin von Staatssekretärin Silhavy
Tel. (01) 531 15 - 2830 od. 0664 /1833937
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