- 29.10.2007, 11:05:38
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ASFINAG: S 37 bekommt Maßnahmenpaket zur Erhöhung der Verkehrssicherheit: Umsetzung beginnt noch heuer
Klagenfurt (OTS) - Die Klagenfurter Schnellstraße S 37 bekommt im
Abschnitt zwischen Klagenfurt Nord und St. Veit Nord ein
Sicherheitspaket verpasst. Die Umsetzung der von der ASFINAG und dem
Land Kärnten geplanten Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
wird noch heuer in Angriff genommen. Basis für diese
Sicherheitsoffensive ist eine vom renommierten EPIGUS-Institut für
ganzheitliche Unfall- und Sicherheitsforschung durchgeführte "Road
Safety Inspection" (RSI). ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois Schedl:
"Das Maßnahmenpaket umfasst etwa ein Lkw-Überholverbot,
Rumpelstreifen und die Sanierung von Spurrinnen. Die Umsetzung
beginnt bereits am 5. November."
Seit 1. Jänner 2007 ist die ASFINAG für Betrieb, Erhaltung und den
Ausbau der ehemaligen B 317 und nunmehrigen S 37 Klagenfurter
Schnellstraße verantwortlich. In zwei Planungsteams wird der Ausbau
von Klagenfurt Nord bis zur Landesgrenze nach Scheifling verfolgt.
"Die Planungen gehen gut voran. Gemeinsam mit den Anrainer-Gemeinden
suchen wir nach den Trassen für den Ausbau und bereiten alle
Unterlagen genauestens vor, um die gesetzlich vorgeschriebene
Umweltverträglichkeitsprüfung so rasch wie möglich positiv abwickeln
zu können", beschreibt ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois Schedl die
aktuelle Situation in Sachen Planung. Unabhängig davon hat sich die
ASFINAG entschlossen, die Klagenfurter Straße einer
sicherheitstechnischen Betrachtung zu unterziehen. "Das ist ein
Standardvorgang. Auch bei Generalsanierungen werden wir künftig im
Vorfeld solche Road Safety Inspections durchführen. Sollte es
Abschnitte geben, die aufgrund baulicher Gegebenheiten als
Unfallhäufungspunkte aufscheinen, können wir die Sanierung auch
dahingehend noch optimieren", erklärt Alois Schedl.
Im Fall des 18 Kilometer langen Abschnittes der Klagenfurter
Schnellstraße S 37 zwischen Klagenfurt Nord und St. Veit Nord zeigt
der Blick in die Unfallstatistik, dass es sich hierbei um eine Straße
mit einer geringen Unfallhäufigkeit handelt. Zwischen 2002 und 2006
wurden 62 Unfälle mit Personenschaden registriert. Die Hälfte davon
waren Alleinunfälle (nur ein beteiligtes Fahrzeug). Nur jeder fünfte
Unfall war auf Begegnungsverkehr zurückzuführen.
Zusammengefasst betrug die Unfallrate* für die S 37 im Jahr 2005
den Wert 0,140 und für 2006 den Wert 0,078. Zum Vergleich:
Schnellstraßen in Gesamtösterreich weisen eine Unfallrate von 0,139,
die Kärntner Bundesstraßen im Freiland einen Wert von 0,406
(basierend auf einer Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit
aus den Jahren 2001/2002) auf. ASFINAG-Vorstandsdirektor Alois
Schedl: "Diese Daten zeigen, dass die S 37 sicherer ist als ihr Ruf.
Trotzdem haben wir uns entschlossen, die Klagenfurter Schnellstraße
von einem Sicherheitsexperten untersuchen zu lassen."
Die Sicherheitsprüfungen auf der S 37 wurden vom "EPIGUS-Institut
für ganzheitliche Unfall- und Sicherheitsforschung" unter der Leitung
von Universitätsprofessor DI Dr. Ernst Pfleger durchgeführt. Im
gesamten Verlauf der S 37 treten im Wesentlichen folgende Punkte
besonders in Erscheinung:
- Enger Querschnitt der S 37 mit 13 Metern geringer
Seitenabstand zum Gegenverkehr;
- Teilweise sehr tiefe Spurrinnen vor allem am jeweils rechten
Fahrstreifen;
- Hoher Anteil an Alleinunfällen bei Dunkelheit bzw. Dämmerung
(Reflektoren);
Verkehrssicherheits-Experte Ernst Pfleger empfiehlt der ASFINAG die
Umsetzung folgender Sofortmaßnahmen:
- Sanierung der Spurrinnen;
- Ausführung der doppelten Sperrlinie als Strukturmarkierung;
- Anlage eines Trennstreifens durch Verringerung der Breite des
Überholstreifens und flächige Markierung des Zwischenraumes;
teilweise auch mit Fräsung von Rumpelstreifen (akustische Warnsignale
für Fahrzeuglenker);
- Verordnung eines Überholverbotes für Lkw;
"Die Errichtung einer Trennwand beim gegenwärtigen Querschnitt
erscheint aus sicherheitstechnischer Sicht nicht geeignet. Aus der
Erfahrung wissen wir, dass bei baulichen Mitteltrennungen mit zu
engen Querschnitten zwar Frontalunfälle eingespart werden aber andere
Unfalltypen wie beispielsweise Streifkollisionen zunehmen", führt
Universitätsprofessor Ernst Pfleger aus.
*Anzahl der Unfälle im Jahr pro 1 Million Fahrzeuge auf 1 km Strecke
Das Land Kärnten und die ASFINAG nehmen diese Anregungen gemeinsam
sofort in Angriff. Landeshauptmann-Stellvertreter Verkehrsreferent
Gerhard Dörfler: "Für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wie etwa
Lkw-Überholverbot oder die Aufweitung der doppelten Sperrlinie müssen
Verordnungen erlassen werden. Das habe ich bereits in die Wege
geleitet und sollte noch heuer über positiv abgeschlossen werden."
Mit dem Planungsstand für die S 37 zeigt sich Gerhard Dörfler
zufrieden: "Hier geht etwas weiter. Im Sommer gab´s die Einigung
zwischen Land und der ASFINAG beim Herzogstuhl. Damit gibt es nun
Planungssicherheit und Vollgas in Richtung Baubeginn."
ASFINAG-Projektleiter Clemens Mayr beziffert die Kosten für das
Sicherheitspaket mit 1,4 Millionen Euro. Mit der Umsetzung der
Maßnahmen wird heuer noch begonnen, verspricht Mayr: "Noch im
November werden die Spurrinnen in jenen Bereichen saniert, wo sie
besonders tief sind. Gleichzeitig werden - ausgenommen in Bereichen
von nahen Siedlungsgebieten - Rumpelstreifen gefräst. Wir sind
allerdings vom Wetter abhängig. Wir beginnen jedenfalls unverzüglich
mit den Maßnahmen. Das Fräsen der Rumpelstreifen beginnt am 5.
November."
Im Frühjahr 2008 - sobald es die Witterung zulässt - werden die
Arbeiten fortgesetzt. Bis dann sollte es auch die Verordnungen für
das Lkw-Überholverbot und die Aufweitung des Mittelstreifens
zugunsten der Sicherheitszone geben.
Rückfragehinweis:
Volker Höferl Pressereferent ASFINAG Autobahn Service GmbH Süd Mobil: +43 (0) 664/6010813827 mailto: [email protected]
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