Wien (OTS) - 1. Natürlich ist die A-Tec Industries AG von der "Causa E & I", die ab Montag Gegenstand eines Strafprozesses wegen des Verbrechens der betrügerischen Krida sein wird, auf mehrfache Weise berührt. Dies beweist allein schon die Tatsache, dass der Aktienkurs von A-Tec Industries seit Bekanntwerden der Causa um rund dreißig Prozent fiel.
Zum zweiten ist Herr Dr. Kovats selbst es, der seine privaten Geschäfte mit A-Tec Industries verquickt. Erst vor wenigen Wochen mussten zwei Gesellschaften, und zwar die Jet-Invest Anlagenvermietungs GmbH, FN 255025m HG Wien, sowie die KPS Beteiligungs GmbH, FN 226839m HG Wien, von Amts wegen gemäß § 40 FBG wegen Vermögenslosigkeit gelöscht werden. Beide Gesellschaften hatten ihren Sitz am Firmensitz der A-Tec Industries AG und bei beiden war Herr Dr. Kovats Geschäftsführer, im Falle der KPS Beteiligungs GmbH war außerdem auch noch Herr Dipl.Ing. Christian Schmidt als weiteres Vorstandsmitglied von A-Tec Industries als Geschäftsführer tätig.
Nicht zuletzt deshalb hatten schon vor einigen Wochen besorgte Anleger den Wiener Rechtsanwalt Dr. Georg Vetter mit einer Anfrage an den Vorstand von A-Tec Industries beauftragt. Eine Antwort erhielt Dr. Vetter allerdings trotz Urgenz bis zum heutigen Tag nicht.
2. Herr Dr. Kovats behauptet, nur in der Anfangsphase Geschäftsführer der E. & I. Immobiliendevelopment GmbH. Nfg. KEG gewesen zu sein. Wahr ist: Die Geschäftsführung dieser KG hatte von deren Gründung am 4.10.1996 an bis zum 29.12.1997 deren persönlich haftende Gesellschafterin "S.Ü.D." Immobilien-vermietungs GmbH inne und diese hatte seit 5.9.1996 zwei selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer, Herrn Dr. Kovats und Herrn Franz Mock (Mitangeklagter bei dem am Montag beginnenden Strafprozess). Einzige Gesellschafterin dieser GmbH war übrigens ebenfalls eine Firma, nämlich die Aurum Immobilienverwaltungs Aktiengesellschaft, deren Vorstand ein Strohmann von Dr. Kovats und deren Aktionäre wiederum je zur Hälfte die Herren Dr. Kovats und Franz Mock waren. Der diesbezügliche Aktionärsbrief liegt im Notariat Dr. Günther Fleisch auf.
3. Herr Dr. Kovats behauptet, niemals Geschäftsführer der Gesellschaft, die die Diskothek betrieben habe, gewesen zu sein. Wahr ist: Die "A2-Südpol" Discothekenbetriebs GmbH wurde bereits im Jahr 1994 gegründet. Als Gesellschafter traten die beiden Herren Norman Thorp und Alfred Butta auf - allerdings nur als Treuhänder bzw. Strohmänner der Herren Dr. Kovats und Franz Mock. Dass die beiden als Strohmänner für Dr. Kovats und Mock fungierten, wurde bereits im Strafverfahren des Landesgerichts Korneuburg vom 11.11.1999 (GZ 13 E Vr 70/97-40) festgestellt. Beide wurden in diesem Verfahren (Fall Diskothek "Dorian Gray") auch wegen Krida verurteilt, allerdings nur zu je drei Monaten bedingter Haft, während Dr. Kovats als Anstifter eine Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung erhielt (das Urteil wurde mit Urteil des OLG Wien vom 6.4.2000 rechtskräftig. (GZ: 23 Bs 79/00).
Später wurden die Gesellschaftsanteile an der "A-2 Südpol" Discothekenbetriebs GmbH von der Artis Tower Hotel und Restaurant GmbH und der IAEG Industriemaschinen- und Anlagenzubehör-Exportgesellschaft m.b.H. übernommen. Beide Gesellschaften standen aber wiederum im Eigentum der Herren Dr. Kovats und Mock und es übten beide auch die Geschäftsführung aus.
Als Geschäftsführer der "A2-Südpol" Discothekenbetriebs GmbH trat zu Beginn ebenfalls Herr Norman Thorp auf, danach folgten z.T. im Abstand von wenigen Wochen drei weitere Strohmänner von Herrn Dr. Kovats, bis schließlich ab 8.3.1996 Herr Dr. Gröger (der dritte Angeklagte im Verfahren ab Montag) als ein seit Jahren von Dr. Kovats in fast allen seinen Firmen zum Einsatz kommender Strohmann die Geschäftsführung übernahm.
Tatsächlich standen also sowohl die errichtende Gesellschaft E & I, die die Räume vermietete, als auch die Gesellschaft, die die Diskothek betrieb, über eine komplizierte und ineinander verschachtelte Firmenkonstruktion im alleinigen wirtschaftlichen Eigentum der Herren Dr. Kovats und Mock und sie hatten auch ganz allein zu bestimmen und schlossen alle Verträge in Wirklichkeit jeweils mit sich selbst.
4. Herr Dr. Kovats behauptet, die strafgegenständlichen Forderungen der einen Gesellschaft gegen die andere deshalb nicht in der Bilanz ausgewiesen zu haben, weil man (schon seit Ende 1996) wusste, dass die Betreiberfirma der Diskothek zahlungsunfähig gewesen sei. Es erhebt sich die Frage, warum und zu welchem Zweck Herr Dr. Kovats dann diese Firmenkonstruktion weiter aufrecht erhielt und den Betrieb bis zum Mai 1999 weiterführte, wodurch ein Schaden von insgesamt mehr als ATS 12 Millionen entstand.
Wien, am 14. September 2007
*) Der Autor Hans Pretterebner recherchiert seit vielen Monaten für ein neues Buchprojekt über "Wirtschaftskriminalität in Österreich", in dem ein Kapitel auch verschiedenen Vorgängen rund um die Person von Dr. Mirko Kovats gewidmet sein wird.
Rückfragehinweis: Hans Pretterebner, Buchautor und freier Publizist Tel. 0650 2080444 standpunkt@pretterebner.at
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09.02.2010 / 09:02:42 / A-TEC Industries AG
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