Graf, Mühlwerth: FPÖ-Bildungskonzept - Strategie 2012+

Bewährtes System nicht dem Zeitgeist opfern - Schluss mit den Schulversuchen. Mehr Flexibilität auf Bedürfnisse unserer Jugend

Wien (OTS) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten heute der FPÖ-Wissenschaftssprecher Dr. Martin Graf und die FPÖ-Bundesrätin Monika Mühlwert die Freiheitliche Bildungsstrategie 2012+.

Mühlwerth wies darauf hin, dass das österreichische Schulsystem durchaus besser sei, als sein Ruf, forderte jedoch eine effizientere Einsetzung der budgetierten Gelder. Sie verlangte, mit Schulversuchen jeglicher Art und Weise aufzuhören und stattdessen ein nachvollziehbares, durchlässiges Schulsystem - unter Berücksichtigung der Unterschiede im ländlichen Raum sowie in den Ballungszentren - zu schaffen. Das freiheitliche Bildungspapier sieht eine Beibehaltung des differenzierten Schulsystems vor. Ebenso strich Mühlwerth die Wichtigkeit einer Ausrichtung auf die Mehrheit hervor; so sei es nicht Ziel führend ein System an Minderheiten anzupassen.

Einen Zentralbereich der Freiheitlichen Bildungsstrategie stellt die Möglichkeit dar, den Schülern zur Erreichung der weiteren Ausbildungsstufe eine zweite und dritte Chance anzubieten. Diese sei etwa durch einen Aufbaulehrgang nach der Sekundarstufe 1 - Unterstufe - zu ermöglichen, so der FPÖ-Wissenschaftssprecher Graf. "Die Unterstufe, welche die Hauptschule und AHS betrifft, soll 5-jährig sein, wobei die Hauptschule in 2 Leistungsstufen geführt wird. Ein Übertritt von der AHS oder der Hauptschule in die AHS-Oberstufe, beziehungsweise in eine Berufsbildende Höhere Schule (BHS) bedarf eines entsprechenden Notendurchschnitts. Wird dieser nicht erreicht, so kann der Übertritt - im Sinne der Chancengewährung - im in einem einjährigen Aufbaulehrgang geschafft werden. Diese Sekundarstufe 2 -die so genannte Oberstufe - soll drei, beziehungsweise bei der BHS dreieinhalb Jahre dauern."

Weiters beinhaltet das Freiheitliche Bildungskonzept ein Bekenntnis zur ziffernmäßigen Schulnote, eine Notenvergabe nach zentral vorgegebenen Leistungs- und Bildungsstandards, sowie die Wiedereinführung der Beurteilung der äußeren Form der Arbeiten in der Pflichtschule und verpflichtende Verhaltensregeln mit entsprechenden Konsequenzen.

Bei der Klassenschülerhöchstzahl fordert die FPÖ eine sofortige Umsetzung auf 25 Schüler pro Klasse - durchgängig im gesamten Unterrichtswesen. Ebenso wird ein maximaler Anteil von Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache von 30% verlangt.

Graf erwähnte weiters die, in der FPÖ-Bildungsstrategie vorgesehene Abschaffung des Polytechnischen Lehrgangs, weil dieser in der Hauptschule aufgehen könne. Weiters sei eine Zentralmatura nach gleichen Leistungs- und Bildungsstandards, wie in anderen Ländern vorgesehen, wobei maximal 40% der Fächer modular sein sollten und die Maturagegenstände schon mitentscheidend für die Wahl der Studienrichtung absolviert werden sollten. "Dadurch soll von den Jugendlichen schon ein gewisses Maß an Selbstverantwortung verlangt werden. Selbstverständlich soll es bei Fehlentscheidungen auch reelle Chance, wie etwa entsprechende Ergänzungsprüfungen, wie das Latinum für Medizin oder Jus, geben."

Die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) sind weiter zu entwickeln und haben verpflichtend eine FHS mit zumindest Baccalaureatsabschluss anzubieten, erklärte Graf weiter und betonte weiterführend auch das Bekenntnis der FPÖ zum freien Hochschulzugang und, dass die Zielbildungseinrichtung über die Zulassungsvoraussetzungen im Rahmen gesetzlicher Vorgaben zu entscheiden habe.

Zur Förderung von Privatschulen verlangt die FPÖ eine Gleichstellung mit den konfessionellen Schulen. Ebenfalls wird die Schaffung eines Bundesgesetzes für die Akkreditierung von Bildungseinrichtungen des primären und sekundären Privatschulbereiches (Schulakkreditierungsgesetz) verlangt.

Andere Punkte des Bildungskonzeptes - Strategie 2012+ der FPÖ behandeln die Abschaffung des postsekundaren Bildungssektors durch Eingliederung in das tertiäre Bildungssystem, sowie die Pädagogische Ausbildung als Universitäre Ausbildung zu führen. Das bedeutet eine Überleitung der Pädagogischen Hochschulen in die Universitäten, beziehungsweise bei konfessionelle Pädagogischen Hochschulen in Privatuniversitäten und die Abschaffung des Finanzierungsverbotes des Bundes von Privatuniversitäten max. 50% - zu vergleichen mit dem schwedischen Modell.

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