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"profil": Mensdorff-Pouilly äußert sich erstmals ausführlich über Bestechungs-Vorwürfe

Schwedischer Oberstaatsanwalt: "Jedes Detail ist für uns interessant" - Vorsitzender des Eurofighter-Ausschusses überlegt Vorladung von Alfons Mensdorff-Pouilly

Wien (OTS) - In der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" reagiert Alfons Mensdorff-Pouilly erstmals ausführlich zu den Vorwürfen, er sei in eine mutmaßliche Bestechungsaffäre des Rüstungskonzerns BAE Systems in der Tschechischen Republik verwickelt.

Demnach bestätigt Mensdorff-Pouilly, der sämtliche Vorwurfe vehement als "ungeheuerlich" zurückweist, dass er mit seinem Consulting-Unternehmen MPA Handels GmbH im fraglichen Zeitraum in Tschechien tätig war: "Die MPA GmbH hat seit dem Jahr 1992 einen Vertrag mit BAE. Wir beraten BAE in sechs oder sieben Ländern, darunter in der Tschechischen Republik."

Mensdorff-Pouilly äußert sich auch im Hinblick auf das Unternehmen Valurex International S.A. Die panamesische Gesellschaft ist in Genf domiziliert und verfolgt laut Schweizer Handelsregister als Geschäftszweck den "Abschluss von Beratungs- und Provisionsverträge im Zusammenhang mit dem Verkauf von Flugzeugen". Über Valurex sollen laut einer Dokumentation des schwedischen Staatsfernsehens SVT im Zusammenhang mit einem Leasingvertrag für Gripen-Jagdflugzeuge in Tschechien ab 2004 ominöse Geldtransfers abgewickelt worden sein.

Mensdorff sagt gegenüber "profil", er sei für Valurex erst ab Anfang 2005 tätig gewesen: "Ich hatte bis zum 31.12.2006 einen Vertrag mit Valurex der mit zirka 70.000 Britischen Pfund pro Jahr pauschaliert war und die Beratung von BAE in einem halben Dutzend Ländern, darunter auch Tschechien umfasst hat. Dafür habe ich Berichte an Valurex geschrieben, wie andere Berater auch."

Insgesamt flossen dem schwedischen Fernsehen zufolge über Valurex in den Jahren 2004 bis 2006 in verschiedenen Währungen umgerechnet neun Mio. Euro. Die letzte Tranche davon wurde an jenem Silvestertag transferiert, an dem Mensdorffs Vertrag endete. Britische Medienberichte sprechen etwas vorsichtiger von vier Mio. Pfund (umgerechnet sechs Mio. Euro).

"Ich habe die vier Mio. Pfund nie bekommen", wehrt sich Mensdorff-Pouilly. "Ich hätte sie gerne verdient und dann auch versteuert und mir die danach verbleibenden zwei Millionen behalten -aber ich kann mir auch nicht vorstellen, welche Leistung vier Mio. wert gewesen wäre."

Mensdorff-Pouilly weiter: "Ich habe niemals Provisionen oder Schmiergelder angeboten, um den Gripen zu verkaufen. Ich habe auch nie mit einem tschechischen Politiker oder Parlamentarier über den Gripen-Verkauf gesprochen. "

Christer van der Kwast, Oberstaatsanwalt der schwedischen Antikorruptionsbehörde, erklärt von profil auf Mensdorff-Pouilly angesprochen: "Wir schauen uns die Arrangements von BAE und Saab in Tschechien ganz genau an. Jedes Detail ist für uns interessant."

Peter Pilz, Vorsitzender des parlamentarischen Eurofighter-Untersuchungsausschusses, überlegt laut "profil" nun auch, Mensdorff-Pouilly vorzuladen: "Alle Geschäfte zwischen Tschechien und Saudi-Arabien scheinen nach dem selben Muster abzulaufen: Man verkauft ein Flugzeug und kauft Entscheidungsträger."

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