AK kritisiert: Schulaufnahme wird zum Lotteriespiel

Linz (OTS) - Mit 8. Jänner startet heuer erstmals eine Voranmeldefrist für
10- bzw. 14-Jährige bei ihrer künftigen Wunschschule. Ob sie genommen werden oder nicht, entscheidet ihr Halbjahreszeugnis. Verbesserungen im zweiten Halbjahr bleiben unberücksichtigt, Verschlechterungen können Konsequenzen haben. Wer keinen Platz in der Wunschschule bekommt, wird einer entsprechenden Pflichtschule zugewiesen.

Seit diesem Schuljahr ist eine neue Regelung in Kraft, die den Übertritt in andere Schulen nach der 4. bzw. 8. Schulstufe regelt. Neu ist, dass es heuer bereits ab 8. Jänner eine Voranmeldefrist an Schulen gibt. Die verbindliche Anmeldefrist endet am 2. März. Neu ist auch, dass man sich nur mehr an einer einzigen Schule anmelden kann. Bisher konnte man sich - zumindest in der Oberstufe - an mehreren Schulen um Aufnahme bewerben. Außerdem gibt nicht wie bislang das Ganzjahreszeugnis den Ausschlag über Aufnahme oder Ablehnung an einer Schule, sondern defacto das Halbjahreszeugnis.

"Damit wird noch früher über die Zukunft von Kindern entschieden. Davon abgesehen, dass Noten oft subjektiv sind, werden Verbesserungen im zweiten Halbjahr gleich gar nicht berücksichtigt. So wird das Ganze zum Lottersiespiel. Selbst gute Schülerinnen und
Schüler können auf der Strecke bleiben", warnt AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer.

In diesem System besteht auch kein Leistungsanreiz. Wer erst mit dem Jahreszeugnis die gesetzlichen Kriterien zur Aufnahme an einer anderen Schule erfüllt, hat die Anmeldefrist schon lange verpasst, und die zu vergebenden Plätze sind längst besetzt. Für diese Schüler/-innen entscheidet dann der Landesschulrat, welche Schule die richtige ist oder vielmehr welche Schule noch Plätze frei hat.

Das bedeutet, dass Schüler/-innen, wenn sie beispielsweise eine HAK besuchen wollen, in eine Handelsschule geschickt werden können, weil dort noch Plätze frei sind. Gibt es an keiner weiterführenden Schule Platz für sie, werden sie in einer Pflichtschule (Polytechnische Schule) untergebracht - obwohl sie die gesetzlichen Kriterien für den Übertritt in eine Höhere Schule erfüllen würden. Verschlechtern sich Schüler/-innen allerdings bis zum Ende des Schuljahres, kann sie die Schule von der sie einige Monate zuvor eine vorläufige Aufnahmezusage bekommen haben, im Juli doch noch ablehnen. Diese Bestimmungen gelten übrigens nicht an Privatschulen .

"Wer die Voraussetzungen erfüllt, soll rechtlichen Anspruch auf einen adäquaten Schulplatz haben", fordert Kalliauer. Die AK fordert außerdem die sofortige Rücknahme dieses Aufnahmeverfahrens und mehr Plätze in AHS-Unterstufen und weiterführenden Schulen. Durch eine Senkung der Klassenschülerhöchstzahl darf es zu keiner Verknappung des Schulplatzangebotes in den jeweiligen Schultypen kommen. Anstelle verfrühter Selektion ist außerdem eine gemeinsame Schule der 6- bis 15-Jährigen mit individualisiertem Unterricht anzustreben.

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