Neues Volksblatt: "Schon mit 16?" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 5. Jänner 2007

Linz (OTS) - Der Gedanke, dass die Briefwahl ein überfälliger Schritt zur Verlebendigung der Demokratie wäre, ist zuletzt eigentlich nur mehr in der SPÖ auf gröbere mentale Sperren getroffen. Genau umgekehrt verhielt es sich mit Forderungen nach einer Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre: Die SPÖ war dafür, die ÖVP dagegen. Tatsächlich sind Zweifel, dass Menschen in diesem Alter über die nötige Reife ver- fügen, die Zukunft des Lan- des mit Verantwortungsbewusstsein mitbestimmen zu können, nicht einfach von der Hand zu weisen. Das Argument, dass ein früheres Wahlrecht das Interesse an Politik und Demokratie so richtig weckt, trägt gewisse Naivität in sich. Was für Wählen mit 16 spricht, wie es sich im Abtausch zur Briefwahl nun abzeichnet, ist trotzdem dieser Funken Hoffnung auf früheres Verständnis für Politik und Demokratie. Und, vor allem, steckt darin ein mögliches Gegengewicht zur Alterung der Gesellschaft, die politische Populisten rasch zu Fokussierungen auf reine Seniorenbelange und wenig Nachhaltigkeit verführen könnten. Wer früher wählen darf, sollte aber auch an al- len Schulen noch verstärkt mit Fragen von Demokratie und Politik gefordert werden.

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