Mehrsprachigkeit bedeutet Reichtum

Ortstafelfrage: Superintendent Sauer bestürzt über Angriff Landeshauptmann Haiders auf Bischof Schwarz

Villach (epdÖ) - "Bestürzt" zeigt sich der Kärntner Superintendent Mag. Manfred Sauer über den "verbalen Angriff von Landeshauptmann Dr. Jörg Haider gegenüber Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz". Es gehe, so Sauer, Bischof Schwarz um "differenziertes Wahrnehmen und sensibles Bemühen um eine einvernehmliche Lösung in der Ortstafelfrage". Hierbei verstehe sich Sauer als Weggefährte und Mitstreiter von Schwarz.

Haider hatte Bischof Schwarz attackiert, der ein "Ende des unwürdigen Ortstafelschauspiels" gefordert hatte. Haider meinte dazu, Bischof Schwarz stelle sich damit auf die Seite von Rechtsbrechern, "die den sozialen Frieden in Kärnten brechen".

In seiner Stellungnahme erinnert Superintendent Sauer "an die feierliche Aufstellung der zweisprachigen Ortstafel in Windisch Bleiberg/Slovenji Plaijberk, an die versöhnlichen und zukunftsweisenden Worte von Landeshauptmann Haider, Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und allen anderen Festrednern sowie an die gemeinsame Segenshandlung durch Bischof Schwarz und mich als Vertreter der beiden Kirchen in unserem Land". Es sei für Sauer "ein historischer Augenblick gewesen, der uns alle darin bestärkte, dass Zweisprachigkeit Reichtum bedeutet und eine zweisprachige Ortstafel zum Symbol werden kann für eine friedliche und einander bereichernde Koexistenz zweier Sprachkulturen".

Hirtenamt in besonderer Verantwortung will zusammenführen

Leider habe sich diese Hoffnung bis jetzt "nicht erfüllt". Die Ortstafelfrage sei als Wahlkampfthema instrumentalisiert und missbraucht worden, "mit allen beschämenden und unerfreulichen Nebenwirkungen". So könnten die jüngsten Aktionen und Äußerungen "nur als unwürdiges Schauspiel bezeichnet werden".

Sauer schließt sein Statement "in der besonderen Verantwortung unseres Hirtenamtes, in dem wir nicht polarisieren wollen, sondern zusammenführen". Der Superintendent zeigt sich überzeugt, "dass dies auch der feste Wille der Mehrheit der Kärntnerinnen und Kärntner ist".

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