Leitl: Basel II ist für Klein- und Mittelbetriebe nun verdaulich

Sieben Jahre harte Verhandlungsarbeit der WKÖ haben sich ausgezahlt - "Gute Rating-Vorbereitung für Unternehmen nun das Um-und-Auf"

Wien (PWK004) - "Nach rund sieben Jahren harter Verhandlungsarbeit ist es gelungen, Basel II die anfänglichen Giftzähne zu ziehen und ein Ergebnis zu erzielen, das sowohl den Klein- und Mittelbetrieben als auch den Kreditinstituten entgegen kommt." WKÖ-Präsident Christoph Leitl, der sich in direkten Verhandlungen mit dem damaligen New Yorker Fed-Präsidenten und Basel II-Vorsitzenden William McDonough für eine besondere Berücksichtigung der KMU eingesetzt hat, dankt in diesem Zusammenhang auch OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher und WKÖ-Vizepräsident a.D. René Alfons Haiden für ihre wertvolle Unterstützung und substantiellen Beiträge.

Basel II sei nun für KMU verdaulich, so Leitl, der in der mit 1.1.2007 in Kraft tretenden BWG-Novelle zur Basel-II-Umsetzung Chancen für Kleinbetriebe erkennt, die zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreichs beitragen können. "Insbesondere die erreichte Besserstellung von Krediten unter einer Million Euro und die erweiterte Anerkennung von Kreditsicherheiten bringen Vorteile für KMU. Das wichtigste ist jetzt, sich bestmöglich auf das Banken-Rating vorzubereiten und die sich daraus ergebenden neuen Chancen bestmöglich zu nützen", fordert Leitl die Unternehmen auf.

Zur Unterstützung hat die WKÖ gemeinsam mit der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, der OeNB und dem Wirtschaftsministerium spezielle "Rating-Handbücher" für die Unternehmen entwickelt. Die fünf Branchenhandbücher für die Sparten Gewerbe & Industrie, Handel, Tourismus & Freizeitwirtschaft, Transport & Verkehr sowie Information & Consulting bereiten individuell, je nach speziellen Erfordernissen der Branchen, auf die Ratings vor und sind heiß begehrt. "An der großen Nachfrage sieht man, dass die heimischen Betriebe Basel II ernst nehmen und ihre Rating-Kennzahlen verbessern wollen", ist Leitl überzeugt.

Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung verpflichtet die Kreditinstitute, die Bonität der Kreditnehmer stärker zu berücksichtigen. Daher komme der Kommunikation und Darstellung von Unternehmensergebnissen und Bilanzkennzahlen eine verstärkte Rolle zu. Genau hier setze die Handbuchreihe "Rating-Kennzahlen - berechnen - analysieren - verbessern" an und soll insbesondere KMU diese Aufgabe erleichtern, so Leitl.

Um sich ein noch exakteres Bild von der wirtschaftlichen Lage seines Unternehmens machen zu können, enthalten die Handbücher zudem Branchen-Vergleichswerte der KMU-Forschung Austria. Durch den detaillierten Branchenvergleich können die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens besser erkannt und das Unternehmen im Hinblick auf seine Mitbewerber optimal positioniert werden. Darauf aufbauend kann ein individueller Maßnahmenplan festgelegt werden, der eine kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsposition des eigenen Unternehmens zum Ziel hat.

Leitl fordert aber auch Begleitmaßnahmen von politischer Seite zu Basel II: "Vor allem die Eigenkapitalsituation der Unternehmen muss verbessert und Bagatellsteuern wie Kreditvertragsgebühr, Grundbuch-Eintragungsgebühr, Werbeabgabe und Mindes-KöSt abgeschafft werden. Ebenso muss eine Reduktion der Kfz-Steuer auf europäisches Niveau von einer neuen Regierung möglichst bald in Angriff genommen werden." (Ne)

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