ARBÖ: "Luft"-Hunderter auf Autobahnen bringt Einsparungen nur im Promille-Bereich!

Wien (OTS) - Durch die verschiedenen "Luft"-Hunderter für Pkw auf Autobahnabschnitten in Tirol, Oberösterreich und in der Steiermark können Feinstaub-Emissionen nur im Promillebereich eingespart werden, hat der ARBÖ errechnet. "Dadurch können lediglich 3,8 Tonnen Feinstaub eingespart werden. Verglichen mit den 45.146 Tonnen Feinstaub, die insgesamt pro Jahr in Österreich produziert werden, ist das nur ein Klacks. Auch gemessen an den 6.904 Tonnen Feinstaub-Emissionen des Straßenverkehrs bedeuten die 3,8 Tonnen nur eine Einsparung um 0,5 Promille", bringt es ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil auf den Punkt.

Zur Erinnerung: Über 152.000 Menschen hatten beim ARBÖ schriftlich gegen Tempo 100 für Pkw auf Autobahnen unterschrieben. Der amtierende Verkehrsminister Hubert Gorbach hat bei der Überreichung der Unterschriften im Dezember zugesagt, diese Limits nach drei Monaten zu kippen, sofern sie keine wesentlichen Verbesserungen bringen. In Oberösterreich, wo die Tempolimits ab Freitag Früh in Kraft treten sollen, gibt es nach wie vor rechtliche Zweifel an der Verordnung. Der ARBÖ wird auf alle Fälle prüfen, ob die inzwischen wieder geänderte Verordnung rechtlich haltbar ist. In Tirol wäre es nach Aussagen der ASFINAG ab morgen Freitag, den 5. Jänner 2007 möglich gewesen, auf flexible Limits umzuschalten, doch die Tiroler Landesregierung macht davon keinen Gebrauch.

Zurück zur möglichen Einsparung von Feinstaub. Bei seiner Berechnung greift der ARBÖ auf das Ergebnis in Tirol aus dem Jahr 2005 zurück, wo Tempo 100 auf der Autobahnstrecke zwischen Landeck und Imst einen Rückgang der gesamten Feinstaub-Emissionen um sechs Prozent gebracht hatte. (Würde man die Berechnungen aus Oberösterreich heranziehen, wo gar nur von einer Reduktion um drei Prozent die Rede ist, würde sich die Einsparung gar nur mehr auf 1,9 Tonnen halbieren!) Die ARBÖ-Rechnung berücksichtigt, dass das Tempo 100-Limit auf sechs Prozent des Autobahnnetzes drei Monate (auf der A9 zwischen Leibnitz und Frohnleiten und auf der A2 zwischen Sinalbelkirchen und Mooskirchen, insgesamt 125 km) und auf weiteren sechs Prozent ein halbes Jahr lang (A12 Inntal zwischen Kufstein und Zirl-West bzw. zwischen Imst und Landeck sowie auf der A1 zwischen Linz und Enns, insgesamt 126 km) gelten soll.

Auf Basis von 21,2 Milliarden gefahrenen Pkw-Autobahnkilometern im Jahr (Quelle: ASFINAG) und eines durchschnittlichen Partikelausstoßes pro Pkw von 0,06733g/km (Abgas, Abrieb, Aufwirbelung, Quelle:
Umweltbundesamt) kommt man auf den genannten Strecken und in der erwähnten Zeit auf eine Feinstaub-Emission von 64 Tonnen, die sich um die genannten sechs Prozentpunkte oder um 3,8 Tonnen reduziert.

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