Grünewald: Finanzlage der Krankenkassen führt zu Leistungseinschränkungen

Grüne: Verweigerungshaltung der ÖVP bei Gesundheitsfinanzierung bedeutet Qualität riskieren und Kranke belasten

Wien (OTS) - "Die strikte Verweigerung steigenden Finanzierungsproblemen der Kassen Rechnung zu tragen ist in Anbetracht alarmierender Daten und Fakten nicht nur in höchstem Maße unakademisch, sondern auch eine schallende Ohrfeige für jene Kranken, die sich notwendige medizinische Leistungen zunehmend nur mehr durch steigende Privatfinanzierung leisten können" kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die hartnäckige Realitätsverweigerung der zuständigen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat.

Der Anteil der Eigenfinanzierung an den gesamten Gesundheitskosten liegt in Österreich bereits deutlich über 30 Prozent und somit im internationalen Spitzenfeld. "Eine weitere Belastung trifft untere Einkommen und bildungsfernere Schichten überproportional und öffnet, wie zahlreiche Studien belegen, die Schere zwischen Arm und Wohlhabend auf unverantwortliche Weise. Bereits die derzeitige Finanzlage der Kassen hat zu einer vielfach empfindlichen Leistungseinschränkung geführt", so Grünewald. Zahlreiche Versorgungsdefizite im Bereich von Prävention, Rehabilitation, psychotherapeutischer Angebote können nicht behoben werden und Zugänge zu neuen innovativen Diagnose- und Therapieverfahren werden erschwert oder gar unmöglich gemacht.

"Selbst führende Personen aus der Wirtschaftskammer plädieren für eine langfristige Sicherstellung der Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens durch Einbeziehung nicht lohn- und gehaltsabhängiger Einkommen und sehen die volkswirtschaftlich positiven Effekte einer ausreichenden finanzierten Gesundheitsversorgung. Statt dessen werden die Kassen durch Regierungsmaßnahmen und Übernahme gesundheitsfremder Leistungen weiter belastet und in eine zunehmend prekäre Situation manövriert" hält Grünewald fest. "Rationierung und Optimierung eingesetzter Finanzmittel greifen bekanntlich erst nach Jahren und entschärfen die Situation keineswegs nachhaltig. Auch der Ausbau qualitätssichernder Maßnahmen, der elektronischen Datenvernetzung und der Ausbau einer verbesserten ambulanten Betreuung ist zuallererst mit finanziellen Investitionen verbunden, die sich erst nach Jahren egalisieren" analysiert Grünewald die Situation. "Steigende Kosten im Bereich moderner Krebstherapien und eine menschenwürdige Behandlung alter und chronisch Kranker kann und darf nicht durch Spendenaktionen finanziert werden. Vieles schaut ganz danach aus als wolle die ÖVP die Kassen als politisches Feindbild in eine Crash Situation steuern und das alles aus dem Federbett der privat Zusatzversicherten beobachten. Ein Ja der SPÖ zu dieser Politik wäre ein letztes und unerträgliches Zeichen der Unterwerfung zugunsten eines Machtgewinns um jeden Preis", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001