ÖGJ gegen weitere Erleichterung der Lehrlingskündigung

Schon bisher wird ein Viertel der Lehrverträge vorzeitig aufgelöst

Wien (ÖGJ/ÖGB) - Der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr, spricht sich gegen eine weitere Lockerung des Kündigungsschutzes von Lehrlingen aus. "Nach der Verlängerung der Probezeit für Lehrlinge im Jahr 2000 von einem auf drei Monaten darf es zu keinen weiteren Verschlechterungen für Lehrlinge kommen", sagt Michlmayr.++++

"Schon jetzt werden sehr viele Lehrverträge vorzeitig aufgelöst. In Wien werden zum Beispiel 24 Prozent der Lehrverträge während der nunmehr dreimonatigen Probezeit beendet", sagt Michlmayr. Auch nach der Probezeit gäbe es bereits jetzt die Möglichkeit, den Lehrvertrag zum Beispiel wegen nachweislicher "Unwilligkeit" des Lehrlings vorzeitig aufzulösen. "Die Behauptung, dass Lehrlinge quasi unkündbar sind, stimmt einfach nicht", sagt der ÖGJ-Vorsitzende.

Eine weitere Erleichterung der Kündigungsmöglichkeiten würde dazu führen, dass die Lehrlinge noch mehr als billige Hilfskräfte missbraucht würden. "Kommt die Möglichkeit zur Kündigung des Lehrverhältnisses am Ende des ersten und des zweiten Lehrjahres, wie jetzt geplant, wird es kein Lehrling mehr wagen, sich über Ausbildung, Entgelt oder Behandlung zu beschweren", befürchtet Michlmayr. Die Ausweitung der Kündigungsmöglichkeit würde zudem nur zum Austausch von Lehrlingen, nicht aber zu zusätzlichen Lehrstellen führen.

Michlmayr abschließend: "Ziel der Lehre ist es, eine qualifizierte Erstausbildung zu erwerben. Damit dies weiter gewährleistet ist, muss die Qualität der Ausbildung gesichert und verbessert werden. Mit einer Aufweichung des Kündigungsschutzes wird das nicht erreicht." (mf)

ÖGB, 3. Jänner 2007 Nr. 4

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