Naturfreunde: Lärmbelästigung hat zugenommen - Österreicher fordern mehr Lärmschutz

Neue IFES-Studie zeigt: 46 Prozent der Bevölkerung in ihrem Wohngebiet von Lärm belastet - Verkehrslärm stört am meisten

Wien (SK) - Die ÖsterreicherInnen und Österreicher wünschen sich zu Beginn des neuen Jahres endlich lärmvermeidende Maßnahmen, vor allem beim Verkehrslärm. Für einen großen Teil der Bevölkerung hat sich die Lärmsituation in den letzten Jahren nicht verbessert, viele Menschen sind sogar mit einer Verschlechterung konfrontiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine von den Naturfreunden Österreich beim IFES-Institut in Auftrag gegebene bundesweit repräsentative Bevölkerungsbefragung bei 800 Personen ab 18 Jahren zum Thema Lärm und Lärmbelästigung, die kurz vor Weihnachten durchgeführt wurde. ****

Die Naturfreunde wollen ihr Engagement gegen Lärmbelästigung verstärken, sie fordern die zuständigen Minister der zukünftigen Bundesregierung auf, wirksame Lärmschutzmaßnahmen zu setzen, wie etwa die von den Naturfreunden geforderte Kennzeichnung lärmarmer Reifen und die intensivere Verwendung geräuscharmer Straßenbeläge. Der Vorsitzende der Naturfreunde Österreich, Karl Frais, hat am Mittwoch in einem Pressegespräch die Studie präsentiert. Im Folgenden die Hauptergebnisse der Befragung.

Lärmbelästigung wächst mit der Gemeindegröße: Im Durchschnitt sind in Österreich 46 Prozent der Bevölkerung zumindest teilweise in ihrer Wohnumgebung von Lärm belastet. Während jedoch bei Kleingemeinden bis 2.000 Einwohner dieser Anteil auf 37 Prozent sinkt, steigt der Gesamtanteil der Lärmbelasteten in Städten zwischen 20.000 und 400.000 Einwohner auf 59 Prozent. In Wien werden 63 Prozent der Bevölkerung von Lärm zumindest teilweise gestört.

Hauptlärmquelle ist der Straßenverkehr. Insgesamt 71 Prozent der Lärmbelästigten sind von Straßenverkehrslärm (PKW, LKW, Motorrad) betroffen, 21 Prozent der Lärmbelästigten fühlen sich durch Lärm von Nachbarwohnungen gestört. Weiters folgen mit 14 Prozent Fluglärm, 12 Prozent Schienen-Verkehrslärm, 11 Prozent Baustellenlärm, 10 Prozent Lärm von Rasenmähern und 4 Prozent Lärm von Lokalen.

Lärm beeinflusst die Wahl des Wohnsitzes: Während sich bei der Durchschnittsbevölkerung die Lärmbelästigung in den letzten Jahren eher verschlechtert hat, haben jene Personen, die in den letzten Jahren umgezogen sind, mehrheitlich angegeben, dass sich ihre persönliche Lärmsituation verbessert hat. Umso negativer ist das Bild bei jenen, die nicht umgezogen sind: Nur 7 Prozent sehen ihre Lärmsituation verbessert.

Menschen wollen Verkehrslärm vermeiden: Klare Ergebnisse bringt die Frage zu den Maßnahmen gegen Verkehrlärm. 59 Prozent der Befragten entscheiden sich für Lärmvermeidung durch lärmarme Reifen und Motoren sowie für das Forcieren geräuscharmer Straßenbeläge. Nur 9 Prozent bevorzugen die weitere Errichtung von Lärmschutzwänden. 26 Prozent meinen, dass beides gleich wichtig sei.

Ein großer Teil der Bevölkerung bekennt sich zur Mitverantwortung bei der Lärmentstehung und zeigt auch Bereitschaft, an der Vermeidung von Lärm mitwirken zu wollen. So geben 49 Prozent der Befragten an, dass sie sich sicher beim Reifenkauf für lärmarme Reifen entscheiden würden, auch wenn diese etwas mehr kosten. Weitere 34 Prozent wollen diese Entscheidung eventuell - abhängig von den Mehrkosten - pro lärmarme Reifen treffen. 83 Prozent der Bevölkerung sind zur Eigeninitiative bereit.

Eine kilometerabhängige PKW-Maut auf Autobahnen wird nicht zuletzt auch wegen der befürchten Zunahme des Lärms auf den Ausweichrouten abgelehnt. 81 Prozent der Befragten glauben, dass als Folge der kilometerabhängigen PKW-Maut die Anrainer von Landes- und Bundesstraßen durch den Autobahn-Ausweichverkehr stärker vom Lärm belastet werden.

Die Naturfreunde Österreich schlagen eine Reihe von Maßnahmen für eine lärmärmere Zukunft vor: Mit der Kennzeichnung von lärmarmen Reifen soll Österreich aufbauend auf dem deutschen Vorbild eine Initiative für eine EU-weite Kennzeichnung von lärmarmen Reifen starten. Laut Umweltbundesamt entspricht eine Reduktion von 3 Dezibel an der Straße, die durch den Einsatz lärmarmer Reifen durchaus erzielt werden kann, einer Verringerung des Verkehrs auf die Hälfte. Der Einsatz von geräuscharmen Fahrbahnbelägen bei Sanierungen und Neubauten von Straßen kann den Verkehrslärm ebenfalls um mehrere Dezibel verringern.

Rückfragen: Reinhard Dayer, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde, Tel.: 0664 150 31 36

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