Ärztekammer kämpft gegen Behandlungsfehler

Brettenthaler: 2007 ist Jahr der Patientensicherheit - Programm bis Jahresende - Patientensicherheits-Beauftragter für jedes Spital gefordert

Wien (OTS) - Geht es nach der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), wird es in Österreich bis Ende dieses Jahres erstmals ein allgemein gültiges System zur Senkung der Fehlerrisken bei medizinischen Behandlungen geben. Daran arbeiten eine auf Initiative von ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler eingesetzte Kommission sowie Untergruppen der niedergelassenen und angestellten Ärzteschaft. Dabei geht es um die Erarbeitung eines umfassenden Programms zur methodischen Bündelung der zahlreichen Maßnahmen in Spitälern und Ordinationen, die unter die weit gefassten Begriffe Patientensicherheit und medizinisches Fehlermanagement fallen, so der Ärztepräsident Mittwoch in einer Aussendung.

Brettenthaler: "Österreichs Ärztinnen und Ärzte wollen ein Höchstmaß an Transparenz. Die Bevölkerung soll wissen, wie hierzulande mit medizinischen Risken und Fehlern umgegangen wird." In einem Weißbuch hat die ÖÄK nicht weniger als 125 Sachverhalte und laufende Aktivitäten zusammengefasst, die bereits jetzt der Optimierung der Gesundheitsversorgung dienen. Dazu kommen zahlreiche Bemühungen in den Spitälern und Ordinationen. Diese "sehr begrüßenswerten, doch heterogenen Einzelinitiativen müssen nun koordiniert, standardisiert und ergänzt werden, um einen schlüssigen Kodex mit Anspruch auf höchste Vertrauenswürdigkeit zu schaffen", so der Kammerpräsident. Darüber hinaus würden zur Zeit internationale Erfahrungen gesichtet, die auch in Österreich Anwendung finden könnten.

Vorrangig ist für Brettenthaler die Einsetzung eines Beauftragten für Patientensicherheit in jedem Spital. Diese Funktion müsse in der Verantwortung der obersten ärztlichen Führungsebene liegen. "Nicht wer für Fehler verantwortlich ist, sondern warum diese passieren, steht dabei im Vordergrund", so Brettenthaler. Bereits die Meldung von "Beinahe-Fehlern" müsste zu Anpassungen und damit zu mehr Sicherheit führen.
Dieser gezielte und methodische Umgang mit unerwünschten Ereignissen in Spitälern und Ordinationen sei ein notwendiger und nachhaltiger Prozess, erläuterte der Ärztepräsident. Spitäler und Politik seien aufgefordert, die erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Besonders wichtig sei die ausreichende Ausstattung der Krankenhäuser mit ärztlichem Personal, um die gesetzlichen Arbeitszeiten einzuhalten: "Da hapert es in Österreich noch immer, denn 70 Prozent der Spitäler halten die Arbeitszeiten als grundlegende Maßnahme zur Patientensicherheit noch immer nicht ein."

Qualitätssicherung und Patientensicherheit seien eine untrennbar mit ihrer Berufsausübung verbundene Aufgabe der Ärzteschaft, die den Patientinnen und Patienten unmittelbar zu Gute komme. Mit Ende des neuen Jahres sollen laut dem Kammerpräsidenten "Programm und Methoden stehen, um fehlerbezogene Aspekte in medizinischem Qualitäts- und Risikomanagement, sowie in der Organisationsentwicklung für alle im Gesundheitswesen aktiven Berufsgruppen und Institutionen abzustimmen".

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