Chinesische Anbieter von Markenartikeln eröffnen neue Unternehmenschancen

Salcher: Logistik-Know how für Markteintritt gefragt - "Europäische Dienstleister als Starthelfer und Begleiter"

Wien (PWK003) - Vom Boom der chinesischen Wirtschaft profitieren nicht nur Unternehmen, die von Europa aus das Reich der Mitte erobern wollen. Wachstumschancen entstehen auch in Europa, weil chinesische Unternehmen sich in der Alten Welt zu¬nehmend als eigenständige Qualitätsanbieter pro¬filieren wollen und dafür leistungsfähige Partner benötigen. "Immer mehr chinesische Anbieter setzen auf die Vorteile, die der Aufbau einer eigenen Marke gegenüber der reinen Auftragsfertigung bietet", berichtet Hans-Dieter Salcher, Obmann des Fachverbandes Spediton-Logistik in der WKÖ.

Chinesische Unternehmen, die in Europa eine eigene Präsenz etablieren wollen, stehen aller¬dings vor vergleichbaren Herausforderungen wie Europäer in der Gegenrichtung: Das Verständnis für die Kundenbedürfnisse muss erst aufgebaut werden. Gleiches gilt für die Kenntnisse der jewei¬ligen Rechtsordnung. Die personellen Kapazitä¬ten sind jedoch in der Regel begrenzt, weshalb es für chinesische Unternehmen meist sinnvoll ist, sich in Europa auf Produktion, Marketing und Vertrieb zu konzentrieren. Die meisten anderen Funktionen, insbesondere die Logistik, können versierten Partnern übergeben werden, die mit Know-how und Kapazitäten exzellente lokale Kenntnisse von Anfang an gewährleisten.

Nach dem Verständ¬nis chinesischer Manager bedeutet Logistik in erster Linie Transport. Kontraktlogistik europäischer Prägung ist in China noch nicht weit verbreitet. Wenige Dienstleister verfügen über die nötigen Lizenzen, um dort Lo¬gistikzentren zu betreiben. Aus der Sicht europäischer Logistik-Anbieter kommt es daher darauf an, den chinesischen Partnern den Nutzen einer Kon¬traktlogistik-Partnerschaft für den Markt¬eintritt in Europa zu erläutern.

Auf der chinesischen Seite, also in China selbst, muss der europäische Lo¬gistiker nicht mit eigenen Kapazitäten präsent sein. Es genügt, dort zuverlässige Partner einzusetzen, so der Experte. Innerhalb des europä¬isch-chinesischen Netzwerks lassen sich dann umfassende Leistungspakete zu¬sammenstellen: Vom Transport der Con¬tainer zum europäischen Seehafen über das Entladen der Behälter und die Einlagerung im Logistikzentrum bis zur Dis¬tribution, zum Kundenservice und schließlich zu den Reverse Logistics für ausgediente Geräte. Entscheidend ist dabei eine weitgehende IT-Integration, die ein durchgehen¬des Qualitätsmanagement und die permanente Optimierung der Prozesse gewährleistet. Idealer¬weise kann der Kunde über das Internet per Tra¬cking & Tracing jede einzelne Sendung verfolgen - so rücken China und Europa in der Logistik zu¬sammen.

"Europäische Dienstleis¬ter können aufgrund ihrer genauen Kenntnisse der euro¬päischen Märkte wert¬volle Starthelfer und Begleiter für chinesische Anbieter sein. Hier eröffnen sich auf dem Heimatmarkt Wachstums¬perspektiven, die im Vergleich zum Aufbau einer eigenen Präsenz im Reich der Mitte mit er¬heblich geringeren Risiken behaftet sind", fasst Salcher zusammen. (hp)

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