Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Finanzieller Klacks (von Claudia Grabner)

Ausgabe 3. Jänner 2006

Klagenfurt (OTS) - Mit dem Kompromiss - gemeinhin dem Sich-Finden auf halber Strecke - ist das so eine Sache: Er stinkt zumeist. Ist nicht Fisch. Nicht ganz Fleisch. Das Schwammige eben. Und Schwammiges war noch nie gesund. Ungesund könnte es demnach für die SPÖ werden -so sie an einem Kompromiss festhält, der weniger nach der Findung auf halbem Wege, denn nach Kniefall vor dem künftigen Koalitionspartner schmeckt: am Studiengebühren-Plan ...
Der Einlenkungs-Vorschlag von Alfred Gusenbauer sieht vor, auf der Abschaffung der Studiengebühr nur noch für Studenten zu beharren, die ihre Unilaufbahn in durchschnittlicher Studienzeit durcheilen. Nun gut - auch eine Überlegung, will man meinen. Allerdings meint man dies nur so lange, bis man die universitäre Wirklichkeit durchschaut. Denn: Nicht jeder Bummelstudent bummelt. Der eine verharrt in mehrsemestrigen(!) Warteschlangen auf einen Seminarplatz. Der andere scheitert an der Gleichzeitigkeit von Studium und Geldverdienen. Und der Dritte ... - der bummelt wirklich. Aber ALLE in den berühmten EINEN Topf zu werfen? Das wäre - mit Verlaub - absurd.
Noch absurder ist da nur jene Realität, die uns vormacht, dass eine rot-schwarze Koalition an der Studiengebühr scheitern kann; an einem finanziellen Klacks; an einem Peanut, wie es bei ihrer Einführung im Jahr 2001 geheißen hat ...

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