NEUE UNTERSUCHUNG ZEIGT PROBLEME DER ÄRZTE IN EUROPA BEI DER BEHANDLUNG VON RAUCHEN UND NIKOTINABHÄNGIGKEIT

Ärzte sehen Rauchen als chronische Rückfallkrankheit, die Gesundheit langfristig stark beeinträchtigt - Signifikante Unterschiede zwischen rauchenden und nichtrauchenden Ärzten

Wien, Barcelona (OTS) - Ärzte in Europa sind mehrheitlich der Ansicht, dass Rauchen die Gesundheit ihrer Patienten langfristig am stärksten beeinträchtigt und in seinen gesundheitsschädlichen Folgen deutlich vor Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, übermäßigem Alkoholkonsum und Überernährung/Übergewicht zu reihen ist. Dieses Ergebnis erbrachte eine der größten internationalen Untersuchungen zur Haltung von Ärzten zu Nikotin und zur Raucherentwöhnung, die heute anlässlich des World Congress of Cardiology der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Barcelona, Spanien, präsentiert wurde. Tatsächlich erachtet eine überwältigende Mehrheit der Ärzte -77% - das Rauchen als chronische und rezidivierende Krankheit.

Ungeachtet dieser Tatsache gibt allerdings mehr als die Hälfte aller befragten Ärzte in Europa an, keine Zeit dafür zu haben, Rauchern bei ihren Versuchen zur Raucherentwöhnung Unterstützung zu leisten, und 37% erachten sich diesbezüglich als unzureichend geschult, während 48% angeben, dass für sie andere und wichtigere Aufgaben Priorität hätten. Eine überwiegende Mehrheit aller europäischen Ärzte stimmt darin überein, dass Rauchen schwer zu behandeln ist, und zwar schwieriger als Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin. und etwa gleich schwierig wie Fettleibigkeit oder Übergewicht. Obwohl nahezu alle europäischen Ärzte zum Ausdruck bringen, dass Rauchen ein Suchtverhalten darstellt, sind die meisten gleichzeitig der Ansicht dass dem Raucher selbst die primäre Verantwortung für das Aufgeben dieser Sucht obliegt und nicht dem behandelnden Arzt.

"Was bei dieser Untersuchung besonders deutlich zum Ausdruck kommt, sind die praktischen Probleme, mit denen Ärzte bei ihren Versuchen, die Patienten bei der Raucherentwöhnung zu unterstützen, konfrontiert sind" erklärte Prof. Robert West von Cancer Research in Großbritannien. Während die erheblichen, mit dem Rauchen verbundenen Gesundheitsrisiken heute bereits durchwegs bekannt sind, erweist sich die Realität der Unterstützung der Patienten bei der Raucherentwöhnung als wesentlich größere Herausforderung. Es ist von vorrangiger Bedeutung, dass die Raucher bei Ihren Entwöhnungsversuchen von ihren Ärzten praktische Unterstützung und Beratung erhalten; daher ist es auch wichtig, dass wir auch die entsprechenden Lehren aus Erkenntnissen wie diesen ziehen.

Erwähnenswert ist unter anderem auch der beachtliche Meinungsunterschied in Europa zwischen Ärzten, die selbst rauchen, und nichtrauchenden Ärzten. Von den Ärzten, die selbst Raucher sind, sahen nur 57% das Rauchen als das gesundheitsschädlichste "Laster" ihrer Patienten, während es unter den nichtrauchenden Ärzten 72% waren; es ist daher anzunehmen, dass einige Ärzte, die rauchen, die schädlichen Wirkungen des Rauchens unterschätzen.

Dialog zwischen Arzt und Patient

Obwohl ein erheblicher Prozentsatz aller europäischen Ärzten angibt, dass sie ihre rauchenden Patienten bei jedem Arztbesuch oder zumindest gelegentlich auf das Rauchen ansprechen, beschränken sich diese Gespräche entweder auf eine Wiederholung bereits altbekannter Gesundheitswarnungen oder auf die Einholung neuer Informationen, jedoch weniger auf tatsächliche Maßnahmen und Strategien, die die Raucherentwöhnung erleichtern sollen. Nur 43% unterstützen den Raucher bei der Ausarbeitung eines Plans zur Raucherentwöhnung, 33% empfehlen rezeptfreie Medikamente und 21% verschreiben ein rezeptpflichtiges Medikament. Im Vergleich dazu zeigen sich die nordamerikanischen Arztkollegen als deutlich proaktiver - mit 76%, die ihren Patienten bei der Entwicklung eines Plans zur Raucherentwöhnung helfen, und 57%, die ein Medikament verschreiben.

Auch in dieser Hinsicht lässt sich ein Unterschied zwischen europäischen Ärzten, die selbst rauchen, und solchen, die nicht rauchen, erkennen. Während 40% der nichtrauchenden europäischen Ärzte das Rauchen mit ihren rauchenden Patienten bei jedem Arztbesuch besprechen, tun dies unter den rauchenden Ärzten nur 33%. Es lassen sich diesbezüglich auch global erhebliche Unterschiede erkennen. Während der durchschnittliche Prozentsatz in Europa (rauchende und nichtrauchende Ärzte) 38% beträgt, liegt er unter Ärzten in Nordamerika bei 68% und in Asien bei nur 14%.

Eine überwältigende Mehrheit aller europäischen Ärzte versteht, warum das Aufgeben des Rauchens so schwierig ist. Nahezu alle diese Ärzte stimmen darin überein, dass Rauchen ein Suchtverhalten darstellt und 77% sehen das Rauchen als chronische, rezidivierende Krankheit. Tatsächlich sind 67% der Ansicht, dass Rauchen als Krankheit eingestuft werden sollte und 60% geben an, dass dies für noch mehr Raucher Anlass sein würde, das Rauchen aufzugeben.

"Um im Kampf gegen das Rauchen, das so viele Todesopfer fordert, erfolgreich zu sein, müssen wir alle, Ärzte und Nicht-Ärzte, unsere Haltung und Einstellung zum Rauchen neu überdenken," erklärte Prof. Serena Tonstad von der Abteilung für Präventive Kardiologie an der Universitätsklinik Ulleval, Norwegen. "Rauchen ist keineswegs ein Zeichen eines schwachen Willens oder Charakters, sondern vielmehr eine chronische Rückfallskrankheit in der Folge einer Nikotinsucht. Viele Raucher dürften offensichtlich eine medizinische Behandlung für diese Krankheit benötigen, da die meisten Raucher von inhaliertem Nikotin abhängig sind. Bei einem von zwei Rauchern führt diese Sucht letztendlich zu einem vorzeitigen Tod."

Mögliche Therapieoptionen

Die europäischen Ärzte sind offensichtlich der Ansicht, dass die Raucher selbst die primäre Verantwortung für die Aufgabe dieser krankhaften Sucht tragen - dies dürfte eventuell darauf zurückzuführen sein, dass ihnen bisher keine ähnlich effektiven Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen wie für Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte. Allerdings könnten die europäischen Ärzte auch die Zahl der Raucher unterschätzen, die tatsächlich versuchen, dieses Laster aufzugeben. Laut den Schätzungen der europäischen Ärzte bei dieser Untersuchung versuchen durchschnittlich nur 16% ihrer Patienten, das Rauchen aufzugeben. Tatsächlich, unternimmt hingegen etwa ein Drittel aller Raucher jährlich einen Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen.(1

Auf die Frage, was es ihnen leichter machen würde, Raucher bei der Raucherentwöhnung zu unterstützen, hatten die Ärzte eine klare und deutliche Antwort. Sie brachten übereinstimmend zum Ausdruck, dass sie sich wirksamere Arzneimittel wünschten (74%), zusätzliche Schulungen oder ein Coaching für die Motivation von Rauchern zur Entwöhnung (77%) sowie eine vermehrte Veröffentlichung der Erfolgraten bei der Raucherentwöhnung (73%).

"Die derzeitige Situation ist ein Circulus vitiosus - die Ärzte sind sich zwar der Probleme und Risiken, die das Rauchen mit sich bringt, durchaus bewusst, sie unterschätzen aber die Zahl der Raucher unter ihren Patienten, die tatsächlich versuchen, das Rauchen aufzugeben, und haben das Gefühl, dass ihnen nur ungenügende Mittel zur Verfügung stehen, um diesem Problem Herr zu werden," erläuterte Prof. West. "Sie schieben daher die Hauptverantwortung für die Raucherentwöhnung auf die Raucher selbst und es ist hinlänglich bekannt, dass es ohne entsprechende Unterstützung jährlich nur weniger als 5% der Raucher schaffen, das Rauchen erfolgreich aufzugeben. Falls wir im Kampf gegen diese weltweit führende und vermeidbare Ursache für einen vorzeitigen Tod erfolgreich bestehen wollen, müssen wir unsere Einstellung zum Rauchen und die Form der Behandlung dieser Krankheit radikal überdenken."

Informationen zu STOP

Die von Pfizer gesponserte und von Harris Interactive durchgeführte STOP-Untersuchung (Smoking: The Opinion of Physicians) ist eine der größten weltweiten Untersuchungen und Umfragen, in der Allgemeinpraktiker und Hausärzte zu ihrer Haltung zum Rauchen und zur Raucherentwöhnung befragt wurden. Für die Umfrage wurden 2.836 Ärzte aus 16 Ländern interviewt. An der Umfrage nahmen Ärzte in Kanada, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Japan, Korea, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Spanien, Schweden, der Schweiz, Türkei, dem Vereinigten Königreich und den USA teil. Als "europäischen" Länder wurden bei dieser Untersuchung Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Türkei und das Vereinigte Königreich geführt. Insgesamt wurden in Europa 2.047 Ärzte befragt.
STOP wurde von Pfizer gesponsert.

Literatur

1)World Health Organization. Policy Recommendations for Smoking Cessation and Treatment of Tobacco Dependence. 2003. Available online at
http://www.wpro.who.int/NR/rdonlyres/8D25E4D3-BB81-479E-8DF5-7BAF674D
B104/0/Policy Recommendations.pdf. Last accessed August 2006

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