Neues Volksblatt: "Klimt" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 3. Februar 2006

Linz (OTS) - Regierung verhält sich zu Opposition so wie Verantwortung zu großen Worten. In der Frage der Klimt-Bilder hat die Regierung die Verantwortung übernommen. Verantwortung vor allem für das Geld der österreichischen Steuerzahler. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die Bilder weiterhin in Österreich verblieben wären. Doch es muss ehrlich und offen eingestanden werden: Bei der Erhaltung von Kulturgut gibt es eine finanzielle Schmerzgrenze. Und diese ist von den Bloch-Bauer-Erben weit und eindeutig überschritten worden. Ein Kauf der Bilder "um jeden Preis" wäre verantwortungslos gewesen. Wer dies so sieht, ist noch lange kein Kunstbanause und kein Verräter an der österreichischen Kultur.
Trotzdem weint SPÖ-Klubobmann Cap den für Österreich "verlorenen" Klimt-Bildern jetzt politische Krokodilstränen nach. Das sei ihm unbenommen. Man braucht aber kein Hellseher zu sein, um zu wissen, was passiert wäre, wenn die Republik die Klimt-Bilder um den Horror-Preis gekauft hätte. "Verschwendung" wäre noch die harmloseste Vokabel in der SP-Inszenierung "Große Worte statt Verantwortung" gewesen.

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