SCHÜSSEL: UNGLAUBLICHER AUFSCHWUNG IN DER MUSEENLANDSCHAFT SPÜRBAR

Zu den Klimt-Bildern: "einzig richtiger und transparenter Weg"

Wien (ÖVP-PK) - Die Situation der österreichischen Bundesmuseen war in den 80er Jahren deplorabel. Mittlerweile sind 300 Millionen Euro in die österreichischen Bundesmuseen geflossen. Wir haben Tiefspeicher gebaut, elektrifiziert, Sicherheitsmaßnahmen gesetzt, und es ist ein unglaublicher Aufschwung in der Museenlandschaft spürbar. Da braucht man nur mit offenen Augen durch Wien gehen", meldete sich heute, Donnerstag, Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel in der Sondersitzung des Nationalrats "als Zeitzeuge für den enormen Aufschwung, den die österreichischen Museen in den letzten 15 Jahren genommen haben", zu Wort. ****

Die Bundesmuseen haben heute über 300 Millionen Besucher, das ist eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber der Zeit, bevor diese große Offensive gestartet wurde. Die Albertina hatte vor ihrer Schließung zu Renovierungszwecken 50.000 Besucher pro Jahr, jetzt hat sie 650.000.

Der prioritäre Schwerpunkt Museen in den 90er Jahren sei mit dem Namen Wilfried Seipel im Kunsthistorischen Museum (KHM) verbunden. Man müsse Seipel nicht mögen und könne auch das eine oder andere kritisieren, "aber dass der Aufschwung des KHM mit seinem Namen zu tun hat, sollte man auch im wildesten Gefecht zwischen Regierung und Opposition nicht vergessen", so Schüssel weiter.

83 Prozent aller ausländischen Besucher kämen wegen des Kulturangebots nach Wien. Zwei Drittel der Besucher im KHM seien ausländische Gäste. Das KHM zähle zu den fünf weltbesten Sammlungen. In den acht Jahren unter Seipels Vorgänger habe es vier internationale Ausstellungen im KHM gegeben. In 15 Jahren unter Seipel gab es 164 internationale Ausstellungen. Darauf könne man mit Fug und Recht stolz sein. Die Ausgliederung der Museen sei ein Segen für diese Institutionen gewesen, seien sie früher doch in ein bürokratisches Korsett eingezwängt gewesen. Heute haben diese eine garantierte jährliche Basisabgeltung von 70 Millionen Euro und erwirtschaften selber 30 Millionen dazu. Alle Museen zusammen haben ein Budget von 100 Millionen Euro, das ist doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Das brauche man nicht schlecht reden, so der Kanzler weiter.

Der Diebstahl der Saliera sei schmerzlich und eine mittlere Katastrophe gewesen. Aber: "Glauben Sie wirklich, dass man bei Millionen Besuchern eine absolute Sicherheit garantieren kann? Es ist denkunmöglich, dass wir Kirchen und Klöster so sichern, dass nach menschlichem Ermessen überhaupt nichts geschehen kann", so der Kanzler zur Opposition. "Eigentlich sollten wir uns hier freuen, dass sie zurückgebracht wurde, den Ermittlern danken und nicht einen Verbrecher zum Helden machen und einen Direktor zum Verbrecher machen und zum Rücktritt auffordern. Das versteht niemand", so Schüssel.

Anschließend ging Schüssel auf die Klimt-Bilder ein: Diese Regierung setze keinen Schlussstrich unter die Geschichte, die vor 1945 bitter genug war, sondern tue konkret etwas zur Aufarbeitung, verwies der Kanzler auf den Nationalfonds, das Kulturgüterrückgabegesetz, den Zwangsarbeiterfonds und den zweiten Teil des generellen Entschädigungsfonds - alles einstimmig beschlossen. Der Kanzler verwies auf die Einsetzung des Schiedsgerichts, das die Rückgabe einstimmig beschlossen habe. "Ich finde das völlig in Ordnung, dass wir das jetzt tun. Glaubt wirklich jemand, dass wir angesichts der Preisvorstellungen, die öffentlich sind, hier handeln können?" Hier bestehe auch die Gefahr des Vorwurfs, dass die Republik die Erben der Opfer um ihren wohl verdienten Preis bringen wolle. Andere wiederum würden meinen, dass dieser Preis nicht vertretbar sei. Das könne daher nur im Marktzusammenhang entschieden werden. "Der einzig richtige und transparente Weg ist jener, der heute beschlossen wurde. Ein anderer wäre nach meiner Überzeugung nicht tragbar gewesen", schloss Schüssel.
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