Morak: verstärkte Kooperation in Europa in der Informationsgesellschaft notwendig

Morak beim Microsoft Government Leaders Forum Europe in Lissabon

Wien (OTS) - "Die Informationsgesellschaft hat in den letzten
Jahren die zeitlichen Abläufe und die Wahrnehmung der Zeit bzw. das subjektive Zeitgefühl von Millionen von Menschen enorm verändert. Wir sind mitten im elektronischen Zeitalter mit seiner Auflösung von Zeit und Raum, sowie von Arbeit und Freizeit. Unsere Lebensgewohnheiten werden auf eine völlig neue Grundlage gestellt. Das sind ordnungspolitische Herausforderungen ersten Ranges, denen sich die Politik mehr als bisher stellen muss", so Staatssekretär Franz Morak, anlässlich seines Impulsreferates auf dem gestern Abend in Lissabon zu Ende gegangenen Microsoft Government Leaders Forum Europe, an dem Eu Kommissionspräsident Barroso, zahlreiche europäische Fachminister sowie Bill Gates als Abschlussredner teilnahmen.

So fundamentale Veränderungsverhältnisse, wie sie durch die Informationsgesellschaft bedingt werden, dürfen nicht nur politische Randthemen sein, so der Staatssekretär. "Durch das forcierte Vorantreiben der Informationsgesellschaft sind enorme Wachstumspotentiale für unsere Gesellschaften zu lukrieren. In der öffentlichen Meinung Europas ist die Dimension des dynamischen Transformationsprozesses, noch immer zu wenig in das allgemeine politische Bewusstsein eingedrungen", so Morak weiter.

Morak ging in dem Zusammenhang auch auf die Situation in Österreich ein das "im Bereich der Informationsgesellschaft als innovatives und technisch hoch entwickeltes Land am Beginn des dritten Jahrtausends gut positioniert ist". So wie sich die regionalen und gesamtstaatlichen Körperschaften gemeinsam mit der Wirtschaft in Österreich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben ist auch eine "vergleichbare Kooperation in Europa notwendig. Es muss gelingen, Brücken zwischen den unterschiedlichen nationalen Identifizierungs-und Authentifizerungsmechanismen zu schaffen. Die Europäische Union ist gefordert, ein System der Interoperabilität zu schaffen, um eine europaweite Konvergenz im Bereich elektronischer Dokumente zu schaffen. Eine solche praktische Maßnahme würde einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Identität aller Bürgerinnen und Bürger in der Union leisten", betonte der Staatssekretär in seiner Rede.

"Seit der Erfindung des Telefons 1876 und der Entwicklung zum Massenmedium gab es keine in diesem Ausmaß vergleichbare globale Aufrüstung einer Infrastruktur", so Morak. Im Oktober 2005 hatten durchschnittlich 11,5 % der EU-Bevölkerung Zugang zu Breitband. Dies bedeute einen Zuwachs von mehr als 60 % innerhalb eines Jahres. Es gebe heute fast 53 Millionen Breitbandverbindungen in Europa und der europäische Markt sei derzeit größer als der amerikanische, führte der Staatssekretär in seiner Rede aus.

Bei den Themen Digitalisierung und Informationsgesellschaft handelt es sich um eine eminent politische Herausforderung für die Gestaltung des 21. Jahrhunderts. Es geht um Bewusstseinsbildung, den allgemeinen und gleichen Zugang für alle und vor allem darum, irrationale Ängste vor der neuen elektronischen und digitalen Welt zu nehmen! Sicherheit, Vertrauen, Datenschutz, Verfügbarkeit und Zugang zur Information sind dabei wesentliche Grundvoraussetzungen. Das i2010 Programm der Europäischen Kommission ist hier ein wichtiges Signal", betonte Morak abschließend.

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