Greenpeace: Politikerautos ohne Partikelfilter vor dem Parlament

Greenpeace fordert Politiker auf, mit gutem Beispiel voranzugehen

Wien (OTS) - Anläßlich der heutigen Sondersitzung des Nationalrates fotografierte Greenpeace vor dem Parlament geparkten Autos von Parlamentariern. Mehr als die Hälfte der über 100 Autos, die auf den für Parlamentarier und öffentlichen Dienst reservierten Parkflächen stehen, sind Dieselautos. Eine stichprobenartige Untersuchung von Greenpeace bestätigte, dass die älteren Dieselautos keine Partikelfilter haben. Nur die wenigsten Diesel sind so neu, dass sie wahrscheinlich einen Russpartikelfilter haben". Trotz 7000 Euro Monatsgehalt reichen die von der Politik gesetzten Anreize nicht aus, dass sie ihre eigenen Fahrzeuge feinstaubfrei machen" kritisiert Greenpeace Verkehrsexperte Erwin Mayer die Politik des "Wasser predigen und Wein trinken"

Seit Jahresbeginn gilt das Bonus-/Malussystem bei der Förderung von Partikelfilter für alle Diesel-PKW. Für ein Auto mit Filter bekommt ein Bonus von 300 Euro, für ein Auto ohne Filter zahlen die Autokäufer bis zu maximal 150 Euro. Für eine Nachrüstung gibt es eine geringe Förderung nur von einigen Bundesländern. Der Einbau von einem Filter kostet allerdings 500 - 1000 Euro. "Dieses Anreizsystem reicht offenbar nicht aus, dafür zu sorgen, dass selbst die Dieselautos der Politikerautos rasch mit Partikelfilter ausgestattet werden", so Mayer. "Wir fordern jetzt die Parlamentarier auf, uns mitzuteilen wie sauber ihr Dienst- und Privatauto ist, und uns zu sagen, ob es einen Partikelfilter und Stickoxid-Kat eingebaut ist. Abgesehen hiervon sollen gerade Politiker an Tagen mit massiver Feinstaubbelastung mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen!"

Greenpeace fordert sofort wirksame Maßnahmen gegen den Feinstaub. "Die selektiven Fahrverbote die es in Klagenfurt oder Graz geben wird, sind ein großer Schritt in die richtige Richtung", so Mayer. "Wir fordern andere Städte auf, diesem Beispiel zu folgen. Anders als die Grünen fordern wir auch die Einführung einer ökologisch gestaffelten Citymaut. Saubere Autos sollen wenig Zahlen, Stinker deutlich mehr. Mit den Einnahmen könnte auch die raschere Umrüstung mit Partikelfiltern sowie den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel finanziert werden."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Verkehrsexperte
Tel.: 0664-2700441

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