Europäische Union: Reduzierter Mehrwertsteuersatz bleibt bis 2010

Chance für deutliche Entlastung von Bauleistungen nun auch in Österreich gestiegen

Wien (PWK049) - Mit der Zustimmung Polens zu reduzierten Mehrwertsteuersätzen auf arbeitsintensive Dienstleistungen hat Österreich in seiner EU-Präsidentschaft einen wichtigen Erfolg erzielt. Das Ende 2005 ausgelaufene EU-Versuchsprojekt wird nun bis 2010 fortgesetzt. Hinter dem Beschluss stehen jetzt mit einmonatiger Verspätung alle 25 Mitgliedsstaaten. Die Einigung unter dem Ratsvorsitz Österreichs kam nicht zuletzt durch den konsequenten Einsatz des
Europäischen Bauverbandes, FIEC, mit Unterstützung der österreichischen Bauverbände zustande.

Das heimische Baugewerbe hofft nun auf eine verbesserte Chance, ebenfalls das Recht auf einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz in Anspruch nehmen zu können und so einem weiteren Ausufern der Schwarzarbeit entgegen zu wirken. Voraussetzung dafür ist, dass Österreich bis Ende März bei der EU-Kommission einen entsprechenden Antrag stellt. Finanzminister Grasser hat eine Teilnahme Österreichs an dem Versuchsprojekt der EU bislang abgelehnt. Die bisherige Bilanz der Europäischen Bauwirtschaft lässt allerdings deutliche Effekte für mehr Beschäftigung und einen Rückgang der Schwarzarbeit erkennen.

Eine Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes für Bauleistungen wäre auch für Österreich eine wichtige beschäftigungspolitische Maßnahme und ein wirksames Mittel gegen die Schattenwirtschaft, ist der Bundesinnungsmeister des Baugewerbes, Johannes Lahofer, überzeugt. Lahofer verweist in diesem Zusammenhang auf die positiven Erfahrungen in jenen neun EU-Staaten, die sich seit 1999 an dem Projekt beteiligt haben. "In diesen Ländern sind durch zusätzliche Aufträge in den Bereichen Renovierung und Reparatur von Privatwohnungen allein in der Bauwirtschaft 170.000 zusätzliche, dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen worden!", unterstreicht Lahofer die positive Bilanz des Verbandes der Europäischen Bauwirtschaft, FIEC.

In erster Linie sind es kleine bis mittelgroße Bauunternehmen, die von der ermäßigten Mehrwertsteuer überdurchschnittlich profitieren. Letzteres ist für Österreichs mehrheitlich klein bis mittelständisch strukturiertes Baugewerbe ein wesentlicher Ansporn, die erwiesenermaßen positiven Auswirkungen auch für sich zu beanspruchen. Lahofer: "Wir können die Erfolgsbilanz nach sieben Versuchsjahren weder wegreden noch ignorieren und hoffen sehr, dass mit der nun einstimmig getroffenen Entscheidung die Voraussetzungen für eine deutliche Entlastung der Bauleistungen auch in Österreich gestiegen sind!" (us)

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