Prammer: Kinderbetreuungseinrichtungen sind Bildungsstätten

Forcierte Ausbau unbedingt notwendig - bringt größere Entscheidungsfreiheit bei Teilzeitarbeit

Wien (SK) - Bei der Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen
warf die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer der Regierung Säumigkeit vor. "Wir haben während der SPÖ-Regierungszeit 600 Millionen Schilling in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert. Hätte die schwarz-blaue Regierung diese Investitionen fortgeführt, würde es die heute benötigten Kinderbetreuungsplätze schon geben", zeigte sich Prammer in der ORF-Pressestunde überzeugt. Dabei gehe es nicht nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern die SPÖ verstehe unter Kinderbetreuungseinrichtungen vor allem auch Bildungsstätten analog zu den skandinavischen Vorbildern. ****

Bei der Teilzeitarbeit habe es in Österreich in den letzten Jahren eine völlige Trendwende gegeben, so Prammer. Früher sei es gar nicht möglich gewesen, in Teilzeit zu arbeiten. Heute würde der überwiegende Teil der Frauen nur noch Teilzeitjobs erhalten. Vier von zehn Frauen arbeiten in Teilzeit. Davon sind nur 18 Prozent mit ihrer Teilzeitregelung zufrieden. Es sei einfach schwierig mit einem Gehalt, dass man für 20 Stunden Arbeit erhält, auszukommen, sagte die Zweite Nationalratspräsidentin.

Daher sei es auch so wichtig, flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen anzubieten mit einem entsprechenden Gesetz in dieser Frage. Erst dann könnten sich die Eltern bei der Reduzierung der Stundenanzahl freier bewegen. Prammer verlangt dabei eine "exzellente Qualität bei den Kinderbetreuungseinrichtungen, da in diesen Institution sehr viel geboten wird, was die Kinder dringend notwendig habe". Es gehe darum, den Eltern bei ihrer Entscheidungsfreiheit zu unterstützen. Vor allem am Land fehle es an Kinderbetreuungseinrichtungen, und es mangle an der entsprechenden Öffnungszeit. Das verpflichtende Vatermonat habe in Skandinavien gute Erfolge gezeigt. Es werde dadurch den Vätern die Chance geboten, in ihre Aufgabe als Vater hineinzuwachsen.

Zum Anti-Stalking-Gesetz sagte Prammer, dass es nicht an der Opposition liege, dass dieses gescheitert sei. Es habe viele Verhandlungsrunden mit der Justizministerin gegeben, diese habe aber nicht mit dem Finanzminister gesprochen, der nun die Frage stellt, wer das finanzieren soll. Jetzt habe sich die Innenministerin quergelegt. "Von uns hat die Justizministerin jede Unterstützung, wenn es um die Umsetzung dieses Gesetzes geht", versicherte Prammer. Zur Eheschließung von Homosexuellen merkte die SPÖ-Politikerin an, dass die SPÖ das Modell der eingetragenen Partnerschaften vorgelegt hat. "Es darf kaum einen Unterschied ausmachen, wenn nun ein homo-oder ein heterosexuelles Paar eine Bindung eingeht", unterstrich Prammer. (Schluss) ns

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