Jank: Nachtfahrverbot oder Busverbot in der City wirtschaftlich kontraproduktiv!

Wirtschaftskammer Wien verhandelt mit dem 1. Bezirk über die Umsetzung eines Buskonzepts, nicht über ein Verbot von Bussen!

Wien (OTS) - "Der erste Bezirk ist nicht nur Wohnort für rund 17.000 Bewohner. Er ist auch Arbeitsort für 100.000 Beschäftigte und tausende Unternehmen und das kulturelle, touristisch und wirtschaftliche Herz dieser Stadt", betont heute, Samstag, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank. Ein Nachtfahrverbot oder ein Busverbot, wie gestern von Bezirksvorsteherin Stenzel angedacht, sei wirtschaftlich kontraproduktiv und werde daher in dieser Form von der Wirtschaftskammer abgelehnt.

Es habe Jahrzehnte gebraucht, um die Innere Stadt zu jenem pulsierenden Zentrum zu machen, das von den Wienerinnen und Wiener und jährlich 9 Millionen Touristen so geschätzt wird. Diesen Erfolg dürfe man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Verkehrsmaßnahmen in der Inneren Stadt müssen die Interessen der Bewohner ebenso berücksichtigen, wie jene der Wirtschaft, der Touristen und der Gäste der zahlreichen Kultur- und Freizeitbetriebe.

"Ein Nachtfahrverbot wäre ein schwerer Schlag für die Kultur- und Gastronomieszene, deren Kunden dann nur noch weit entfernt parken könnten," so Jank. Es sei zweifelhaft, ob diese Maßnahme überhaupt den gewünschten positiven Effekt für die Bewohner bringen würde, denn der Verkehr werde nur in andere Gebiet verlagert. Wohin so etwas führt, könne derzeit bei der Parkraumbewirtschaftung rund um die Stadthalle beobachten werden, wo sich bereits massiver Widerstand der Bevölkerung regt und vor allem Gastronomiebetriebe um ihre Existenz bangen.

Würde diese Maßnahme tatsächlich umgesetzt wird, könnten berechtigter Weise auch andere Bezirke solche Zonen für ihre Bewohner fordern. Spätestens dann stelle sich die Frage nach der Überwachung. "Eine Zone im ersten Bezirk könnte mit großem Personalaufwand noch kontrolliert werden. Bei einer Ausdehnung auf weite Teile von Wien wäre dies wohl kaum mehr möglich", erklärte Jank.

Irritiert zeigte sich die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien über die Aussage von Bezirksvorsteherin Stenzel, sie verhandle mit der Wirtschaft über die Auflösung der Buszone am Stephansplatz. "Die Wirtschaftskammer Wien verhandelt mit dem 1. Bezirk über die Umsetzung des Buskonzepts," konkretisierte Jank. Dabei gehe es konkret um zusätzliche Ein- und Ausstiegstellen beim Burgtheater und bei der Börse, um die Ein- und Ausstiegstellen am Schwedenplatz und bei der Albertina zu entlasten. "Die Buszone am Stephansplatz ist fixer Bestandteil des Buskonzepts, das vor nicht einmal einem Jahr von der Stadt Wien, dem Wiener Tourismusverband und der Wirtschaftskammer Wien verabschiedet wurde. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen steht diese Zone daher nicht zur Diskussion", stellte Jank klar.

Abschließend betont Jank die Gesprächsbereitschaft der Wirtschaftskammer Wien: "Ich diskutiere jederzeit über sinnvolle Maßnahmen, die ein konstruktives Miteinander von Wirtschaft und Wohnbevölkerung fördern. Verkehrspolitische Schnellschüssen richten aber zumeist mehr Schaden an, als Nutzen."

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