Matznetter zu Grasser: "Die Post-Schmähs des Finanzministers"

Post wird nicht gestärkt - Profiteure der Privatisierung sind Großaktionäre

Wien (SK) - "Die einzigen Profiteure der Grasserschen Post-Privatisierung werden Großaktionäre, nämlich strategische Investoren sein. Die Versorgung der Bevölkerung mit Post-Diensten, die Mitarbeiter aber auch die Post als österreichisches Unternehmen werden die Verlierer sein", fasst SPÖ-Finanzsprecher Christoph Matznetter die heutigen Aussagen Grassers in der ORF-"Pressestunde" zusammen. "Was Grasser in Sachen Privatisierung ankündigt, sind nichts als Schmähs: Weder wird der Privatisierungserlös der Post zugute kommen, noch kann Grasser sicherstellen, dass die privatisierten 49 Prozent in österreichischer Hand sein werden oder dass die Versorgungsdichte aufrecht erhalten bleibt", so der SPÖ-Finanzsprecher. ****

"Grassers erster Schmäh: Er spricht von einer "Vermögensbildung in breiter Hand" und meint damit Mitarbeiterbeteiligung. Wenn man allerdings die Gehaltsstruktur der kleinen Postler kennt, dann kann man das nur als zynisch bezeichnen. Die Postbediensteten werden vorgeschoben - dahinter steckt nichts anderes als das Interesse am shareholder value", so Matznetter. Grasser selbst hat ja von einer "kapitalmarktfreundlichen" Privatisierung gesprochen - "in der Praxis heißt das, dass strategische Großinvestoren von der Privatisierung profitieren werden."

Grassers zweiter Post-Schmäh sei seine Ankündigung, dass die Post ein "rot-weiß-rotes Unternehmen" bleiben werde. "Wie will Grasser bei einem Börsegang steuern, wer die Aktien kauft?", so Matznetter. Und wenn die Post später Geld über den Kapitalmarkt aufnehmen will, dann sinkt, wenn die ÖIAG bei einer Kapitalerhöhung nicht mitzieht, der Staatsanteil automatisch auf unter 50 Prozent, warnt Matznetter.

Besonders ärgerlich sei, wenn Grasser von einer "Stärkung" der Post spricht: "Der Privatisierungserlös wird aber nicht dem Unternehmen zugute kommen, sondern damit will Grasser seine Budgetlöcher stopfen. Damit fällt das Argument völlig weg, dass die Börsenaktion zur Stärkung des Unternehmens und zur Finanzierung der Expansion verwendet werden soll", kritisiert Matznetter.

Ein Schmäh sei schließlich auch, wenn Grasser meint, durch die Privatisierung würden die Post-Dienstleistungen besser. "Es hat bereits - als Vorbereitung auf den Börsegang - eine Zusperrwelle gegeben und es wird nach der Privatisierung eine weitere geben", so der SPÖ-Finanzsprecher. "Die Kluft zwischen Grassers Schmähs und der Realität ist jedenfalls enorm", so Matznetter abschließend. (Schluss) ah

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0002