Zufriedenheit mit dem Bildungssystem sinkt - in Oberösterreich besonders deutlich

Linz (OTS) - Eine FOCUS-Umfrage bestätigt, dass die Österreicher/-innen im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger zufrieden mit dem Bildungssystem sind. Die Oberösterreicher/-innen sind sogar noch unzufriedener. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert eine verpflichtende frühe Förderung in Kindergarten und Volksschule sowie den Ausbau ganztägig geführter Schulen.

Das Meinungsforschungsinstitut FOCUS stellte in den letzten Jahren immer wieder Fragen nach der Zufriedenheit der Österreicher/-innen mit dem Bildungssystem. Schon das hohe Ausmaß an Antwortverweigerung (30 bis 47 Prozent haben keine Meinungsäußerung abgegeben) lässt erkennen, dass es Probleme gibt.

Die Zufriedenheit mit den Volksschulen sank in Österreich um sechs Prozent, in Oberösterreich gleich um zehn Prozent. Den größten Rückgang gab es bei der Zufriedenheit mit dem Gymnasium: Österreich minus zehn Prozent, Oberösterreich minus 15 Prozent! Die Zufriedenheit mit den Universitäten ging in Österreich um zehn Prozent zurück (Oberösterreich: vier Prozent).

Besonders stark gesunken ist die Zufriedenheit mit dem Bil-dungssystem bei Berufstätigen, bei Personen mit höherer Bildung und mit höherem Einkommen, bei Personen zwischen 40 und 49 Jahren und bei Bewohnern von Städten mit über 50.000 Einwohnern.

Die Umfrage zeigt, dass die zahlreichen Verschlechterungen im Bildungssystem nach PISA, wie z.B. die Kürzung von Unterrichts- und Förderstunden, Studiengebühren, das faktische Ende des freien Universitätszugangs oder eingefrorene Schulbeihilfen. Wirkung bei den Menschen zeigen. Umso unverständlicher ist die jüngste Aussage von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, wonach sie mit der Entwicklung der österreichischen Schulen zufrieden sei und keinen weiteren Handlungsbedarf sehe. Auch bei PISA will sie gar nicht mehr zu den Besten gehören.

"2006 müssen Bund und Land deutlich mehr Anstrengungen als bisher unternehmen, damit Österreich und Oberösterreich in Bildungsfragen den Anschluss an die Besten nicht endgültig verlieren", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Leitprinzip muss die individuelle Förderung auf allen Ebenen sein. Dazu gehören eine verpflichtende frühe Förderung in Kindergarten und Volksschule und ein individueller Rechtsanspruch auf einen Platz in einer qualitätsvollen, ganztägig geführten Schule ohne Gebührenbarrieren. Damit Entscheidungen über den Bildungsweg später getroffen werden können, braucht es eine längere Zeit der gemeinsamen Schule für alle Kinder. Und in der Aus- und Weiterbildung für Pädagogen/-innen müssen internationale Standards angewandt und eine laufende Qualitätskontrolle und -sicherung eingeführt werden.

Für Oberösterreich geht es 2006 primär um ein pädagogisches und ein Finanzierungskonzept für qualitätsvolle, ganztägige Bildungsangebote und um die Verbesserung der Möglichkeiten der frühen Förderungen. Die Chance dafür bietet die Neuregelung des oö. Kinderbetreuungsgesetzes.

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