Prokop: 764 Verkehrstote im Jahr 2005 - Beste Unfallbilanz seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950

Seit dem Jahr 1999 beträgt der Rückgang nahezu 30 %

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Inneres gibt für das Jahr 2005 bekannt, dass es auf den öffentlichen Straßen Österreichs zu 707 tödlichen Verkehrsunfällen mit 764 Verkehrstoten kam.

Dieses vorläufige Ergebnis bedeutet nicht nur einen neuerlichen, starken Rückgang von 13,0 % oder 114 Getöteten gegenüber dem Vorjahr, sondern auch die bisher absolut niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im BM.I vor 55 Jahren (1950). Sogar im Jahr 1951 wurde mit 777 Verkehrstoten eine höhere Anzahl registriert. Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2948 Tote) ist die Zahl um fast drei Viertel gesunken, obwohl der Fahrzeugbestand im gleichen Zeitraum um mehr als das Doppelte gestiegen ist. Noch vor 6 Jahren, im Jahr 1999 gab es in Österreich mehr als 1000 Tote im Straßenverkehr (1079), der Rückgang seit damals beträgt 29,2 %.

Bis Ende Oktober 2005 gingen auch die Werte der Unfälle mit Personenschaden und die der dabei Verletzten um etwa 5 bis 6 % - seit vielen Jahren wieder deutlich - zurück.

Für Innenministerin Liese Prokop ist diese Bilanz auch ein Indiz für die effektiven Kontrollen der Exekutive. "Die Überwachung des Verkehrs wird mit allen personellen und technischen Ressourcen fortgesetzt, beim Alkohol erwarte ich mir durch die neuen Schnelltestgeräte sogar eine Erhöhung der Kontrolldichte", kommentiert die Innenministerin die vorläufigen Unfallzahlen des Jahres 2005. Aber auch präventive Gegenmaßnahmen wie beispielsweise die Verkehrssicherheitskampagne "Weg vom Gas - Bleib am Leben", Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung im Rahmen der schulischen Verkehrserziehung sind der Innenministerin weiter wichtig.

Prokop dankt auch allen verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern und den Kolleginnen und Kollegen der Exekutive, für ihren konsequenten persönlichen und oft nicht ungefährlichen Einsatz im Dienste der Sicherheit auf Österreichs Straßen. "Erstmals weniger als 800 Verkehrstote zu haben, bedeutet zwar noch immer viel Trauer und Leid für die Betroffenen, zeigt aber im Vergleich dass wir auf dem richtigen Weg sind und macht mich zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam die Zahl der Verkehrsopfer weiter verringern können, so Prokop."

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:
Burgenland 36 Verkehrstote (2004: 34), Kärnten 45 (65), Niederösterreich 222 (269), Oberösterreich 165 (153), Salzburg 57 (81), Steiermark 123 (138), Tirol 57 (64), Vorarlberg 25 (31) und Wien 34 (43). Zunahmen gab es dabei nur in Oberösterreich (+12 Tote) und im Burgenland (+2), wobei anzumerken ist, dass beide Bundesländer im Jahr 2004 historische Tiefststände registrierten. Die Bundesländer Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol erreichten im abgelaufenen Jahr die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 40 Jahren.

Der schwerste Unfall des Jahres ereignete sich am 22. September in Niederösterreich auf der A 1-Westautobahn bei Loosdorf mit 5 getöteten rumänischen Autoinsassen.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2005 verloren 432 PKW-Insassen, 31 Lkw-Insassen, 99 Motorrad-Fahrer, 2 Autobus-Insassen, 35 Moped-Fahrer, 45 Radfahrer, 98 Fußgänger und 22 Sonstige (6 Traktor, 9 Microcar, etc.) ihr Leben. Nahezu gleich geblieben gegenüber dem Vorjahr (98) ist die Anzahl der 99 (+1) getöteten Motorradfahrer (seit 1992 bewegt sich dieser Wert zwischen 84 und 112), stärker gestiegen sind die verunglückten Microcar-Insassen (von 5 auf 9 Getötete), bei allen anderen Fahrzeugkategorien gibt es Rückgänge. Noch nie verunglückten so wenige Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr.

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (35,9 %), Vorrangverletzung (15,7 %), Überholen (8,5 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (7,2 %), Fehlverhalten von Fußgängern (6,8 %), Übermüdung (4,8 %) und Herz-/Kreislaufversagen (2,1%) festgestellt werden.

Im abgelaufenen Jahr wurden gegenüber 2004 mehr Unfälle durch Vorrangverletzungen von Fahrzeuglenkern und durch das Fehlverhalten von Fußgängern verursacht. Unfallkausale Alkoholisierung bei tödlichen Unfällen ging von 7,0 % auf 5,4 % deutlich zurück.
Die Zahl der getöteten Kinder ist nach dem starken Rückgang im Vorjahr (2003: 37; 2004: 22) wieder gestiegen. 26 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr ums Leben, die meisten davon als Pkw-Insassen (11, davon waren 5 vorschriftsmäßig gesichert), Fußgänger (9) und Radfahrer (3). Damit wurden wieder die Werte der Jahre 2000 bis 2002 (25 bis 27) erreicht.
Nach Straßenarten ereigneten sich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle auf Bundesstraßen (auch Landesstraßen B; 305 Tote), gefolgt von den Landesstrassen L (222 Tote) und den Gemeinde- und sonstigen Strassen (124 Tote). Die Getöteten auf Autobahnen sind im Vorjahr am deutlichsten zurückgegangen (94 Tote, erstmals sogar unter 100.) Auf Schnellstrassen verunglückten im Jahr 2005 19 Menschen tödlich.

Die Jugendlichen (18 bis 26 Jahre) und hier vor allem die männlichen Pkw-Lenker sind für gut ein Viertel (26,6 %) aller tödlichen Verkehrsunfälle verantwortlich. Mehr als 41 % dieser Unfälle sind allerdings Alleinunfälle ohne einen weiteren Beteiligten. Die Unfallszahlen der Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren zwar auch deutlich nach unten bewegt, sind jedoch bezogen auf den Bevölkerungsanteil (nur halb so groß wie der der über 60-Jährigen) nach wie vor hoch. Ältere Menschen (ab 60) verursachen zu 18,4 % tödliche Unfälle, davon auch zu mehr als 25 % als Alleinunfälle, jedoch nicht nur als Pkw-Lenker, sondern vielfach auch als Moped-Lenker, Radfahrer oder Fußgänger.
Im Jahr 2005 wurden 164 Jugendliche (18-26) und 179 Ältere (ab 60) im Straßenverkehr getötet. Fast die Hälfte der getöteten Fußgänger sind Senioren über 60, der Älteste war 96 Jahre.

Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen im Vorjahr 8 Menschen ums Leben (2004: 1; 2003: 3; zuletzt war die Zahl im Jahr 2000 mit 7 ähnlich hoch). Ebenfalls 8 Tote mussten im abgelaufenen Jahr in Straßentunneln beklagt werden, davon 4 im Bereich des Tunnelportals. 100 der 764 Verkehrstoten waren ausländische Staatsbürger, das sind mehr als 13 %.

Anlagen:
Grafik - Verkehrstote Jahresvergleich
Grafik - Verkehrstote Bundesländer

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