• 14.11.2005, 10:19:10
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ARGE AMIS: Zahlreiche Anspruchsgegner im In- und Ausland identifiziert / Kritik an Finanzaufsichtsbehörden / ARGE AMIS verzeichnet bereits mehr als 500 registrierte Geschädigte

Frankfurt/Kirchentellinsfurt (ots) - Die ARGE AMIS hat nach einem
ersten Sondierungsprozess in den vergangenen zehn Tagen inzwischen
diverse potenzielle Anspruchsgegner für die geschädigten AMIS-Anleger
identifiziert. Zu diesen gehören demnach zunächst die luxemburgischen
Banken Sella Luxembourg S.A. (vormals IBL Investment Bank Luxembourg,
S.A.) und Banque Colbert, der österreichische AMIS-Wirtschaftsprüfer
BDO Auxilia Treuhand GmbH, die KPMG Luxembourg S.a.r.l., die Republik
Österreich, haftend für eventuelle Fehler der österreichischen
Finanzmarktaufsicht FMA, sowie das Großherzogtum Luxemburg, haftend
für eventuelle Fehler der luxemburgischen Finanzmarktaufsicht CSSF.

Weitere mögliche Anspruchsgegner sind aus Sicht der ARGE AMIS die
Asset Management Investment Services AG (AMIS), die Herren Dietmar
Böhmer, Harald Loidl und Thomas Mitter, Frau Dr. Erika
Bernardi-Glatz, Herr Maximilian Strache, die Amis Financial
Consulting AG (AFC), Herr Wolfgang Beisskammer und Herr Mario Hanika,
die AMIS Consulting AG, die Transcontinental Fund Administration Ltd.
(TFA), Frau Claudia Woerheide, die Institutional Derivatives
Consultants, LLC (Chicago), die AeW Anlegerentschädigung der WPDLU
GmbH, die Ulvenes Invest AG, die Lucie S.A., die Interorg S.A., die
FirstInEx Internet Services AG sowie die I & E Group Inc..

Darüber hinaus prüft die ARGE AMIS zur Zeit, ob auch die Deutsche
Bank AG und die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG sowie andere
natürliche und juristische Personen als potenzielle Anspruchsgegner
in Betracht kommen.

Diese potenziellen Anspruchsgegner wurden dabei auf der Grundlage
zahlreicher Gespräche mit Insidern aus dem engsten AMIS-Umfeld sowie
aus der ARGE AMIS inzwischen vorliegenden umfangreichen Unterlagen
systematisch ermittelt. AMIS-Geschädigten stehen damit eine Vielzahl
potenzieller Anspruchsgegner zur Verfügung - das erhöht deutlich die
Chancen auf Schadenersatz.

Rechtsanwalt Andreas Tilp stellt in diesem Zusammenhang fest: „Wir
sehen zu diesem Zeitpunkt die erfolgversprechendsten juristischen
Ansatzpunkte insbesondere bei der luxemburgischen Sella-Bank, den
luxemburgischen KPMG-Wirtschaftsprüfern sowie dem österreichischen
AMIS-Wirtschaftsprüfer BDO Auxilia Treuhand. Letztere hat AMIS sogar
noch im Juni dieses Jahres ein uneingeschränktes Testat ausgestellt,
obwohl unserem Erachten nach zu diesem Zeitpunkt bereits viele
Missstände erkennbar waren. Aber natürlich werden wir Ansprüche gegen
alle oben genannten potenziellen Gegner weiter intensiv prüfen."

Die luxemburgische KPMG-Tochter blieb im von der österreichischen
Aufsichtsbehörde FMA bei der KPMG Austria in Auftrag gegebenen
Prüfungsbericht unerwähnt - mögliche Verstöße der KPMG Luxemburg bei
der Prüfung der dort registrierten SICAV-Fonds waren offenbar nicht
Gegenstand des FMA-Prüfauftrags.

Kritisch äußert sich Rechtsanwalt Klaus Nieding zu den beiden
Aufsichtsbehörden, diese hätten seiner Meinung nach viel eher
reagieren müssen: „Der derzeitige Standpunkt der österreichischen
Aufsichtsbehörde FMA, es handele sich hier quasi um eine
luxemburgische Angelegenheit, ist für die rund 10.000
österreichischen und auch 6.000 deutschen Anleger völlig
inakzeptabel. Hier wird der hilflos anmutende Versuch unternommen,
gezielt von der eigenen Verantwortung abzulenken. Die FMA wurde
offenbar erst im Frühjahr 2005 mit diversen Rückfragen an die
AMIS-Wirtschaftsprüfer BDO Auxilia Treuhand aktiv."

Dabei wurden zahlreiche Rechtsverstöße leicht erkennbar begangen:
So war beispielsweise für den AMIS Top Ten Multifonds die
Einschaltung des Treuhänders Transcontinental Fund Administration
Ltd. (TFA) von den Cayman Inseln gar nicht zulässig. Der
Verwaltungsrat dieses Treuhänders wurde zudem auch noch mit
AMIS-Vorstandsmitglied Dietmar Böhmer und einem weiteren Angestellten
besetzt. Aus dem der ARGE AMIS vorliegenden Schriftverkehr zwischen
dem AMIS-Treuhänder TFA und AMIS geht darüber hinaus hervor, dass der
zweite AMIS-Vorstand Harald Loidl vom Treuhänder TFA sogar ein
monatliches Gehalt für „marketingrelevante" Leistungen erhalten hat.
Eine unabhängige Beziehung zwischen Treuhänder und der AMIS hat also
offenkundig nie bestanden.

Intensiv geprüft wird derzeit auch die Beziehung zwischen der
Transcontinental Fund Administration Ltd. (TFA) auf den Cayman Inseln
und der Firma Institutional Derivatives Consultants, LLC., in
Chicago, die in Personalunion der Vorstandsvorsitzenden Claudia
Woerheide geführt wird. Rechtsanwalt Andreas Tilp: „Wir halten es
derzeit sogar für möglich, dass der AMIS-Skandal die USA erreicht. In
einem solchen Fall würde auch die US-Finanzmarktbehörde SEC
wahrscheinlich tätig werden."

Aufgrund der Fülle an Anspruchsgegnern und der diffizilen
nationalen luxemburgischen, österreichischen und deutschen
Rechtslagen, welche zudem noch von europäischem Kapitalmarktrecht
überlagert werden, liegt der Fall AMIS nach Auffassung von
Rechtsanwalt Klaus Nieding jenseits der Komplexität des
Phoenix-Betrugsfalls, bei dem rund 30.000 Anleger mehrere hundert
Mio. Euro Schaden beklagen.

Rechtsanwalt Klaus Nieding: „In einem Aspekt sind beide Fälle
jedoch gleich: Für die zahlreichen betroffenen Anleger ist es
unerlässlich, sich zu einer starken Gruppe zusammenzuschließen, um
Anspruchsgegnern mit einem entsprechenden politischem Gewicht
kraftvoll und auf Augenhöhe entgegentreten zu können. Das hat die
erste Gläubigerversammlung im Betrugsfall Phoenix erst kürzlich
eindrucksvoll bewiesen."

Die ARGE AMIS verzeichnet inzwischen bereits mehr als 500
registrierte Geschädigte, darunter rund 100 aus Österreich. Seit
Sonntag, den 13. November 2005, liegt AMIS-Geschädigten ein
Mandatsangebot vor, das zusammen mit den gegenwärtig wichtigsten
Fragen und Antworten zu diesem Fall auf der ARGE AMIS-Homepage
abrufbar ist.

Ende der Mitteilung.

HINWEIS AUF PRESSEGESPRÄCH:

Herr Rechtsanwalt Andreas Tilp wird am Dienstag, den 15. November
2005 zunächst an den beiden Masseversammlungen der AMIS AG und der
AMIS-Tochter AFC in Wien teilnehmen. Um 13 Uhr erläutert Herr Tilp im
Hotel Sofitel, Am Heumarkt 35-37, 1030 Wien (3. Bezirk), U 4
Stadtpark, den aktuellen Stand der AMIS-Lage und gibt ergänzende
Hinweise. Interessierte Medienvertreter bitten wir aus
organisatorischen Gründen, ihre Teilnahme unter [email protected] per
Email mitzuteilen.

ÜBER DIE ARGE AMIS:

Die ARGE AMIS ist eine Arbeitsgemeinschaft der beiden auf
Anlegerschutz spezialisierten Rechtsanwaltskanzleien NIEDING + BARTH
Rechtsanwaltsaktiengesellschaft (www.niedingbarth.de), Frankfurt am
Main, und TILP Rechtsanwälte (www.tilp.de), Kirchentellinsfurt (bei
Tübingen) und Berlin. Interessierte Geschädigte können sich unter
www.arge-amis.de und www.arge-amis.at informieren.

NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft und TILP
Rechtsanwälte verfügen über umfassende Erfahrung im „Handling" großer
Schadensfälle. Im Fall Phoenix - dem größten Betrugsfall in der
deutschen Nachkriegsgeschichte - betreuen beide Kanzleien in der ARGE
Phoenix rund 3.000 Geschädigte (www.arge-phoenix.de).

Rückfragehinweis:

RÜCKFRAGEN?

Klaus Nieding            Andreas Tilp
  ARGE AMIS                ARGE AMIS
  Tel. +49 69 238 538 - 0  Tel. +49 7121 90 90 90
  M.   +49 172 6755577     M.   +49 172 7409587
  Fax  +49 69 238538-10    Fax  +49 7121 90909-81
  
  [email protected]
  [email protected]

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