• 08.04.2005, 11:11:46
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Fachtagung in Linz, Altes Rathaus: Mobbing trifft sowohl Arbeitnehmer/-innen als auch Unternehmen

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer, der ÖGB OÖ, die Wirtschaftskammer
und die Katholische Betriebsseelsorge veranstalteten heute in Linz,
Altes Rathaus, eine Fachtagung zum Thema "Mobbing". AK-Präsident und
ÖGB OÖ-Vorsitzender Dr. Johann Kalliauer, Bischof Maximilian Aichern
und WK-Vizepräsidentin Mag. Ulrike Rabmer-Koller eröffneten die
Tagung, als Referenten konnten der Mobbingforscher Mag. Dr. Klaus
Niedl und die Mediatorin und Soziologin Mag.a Gertraud Hinterseer
gewonnen werden.

Mag. Dr. Klaus Niedl beleuchtete das Phänomen Mobbing in seinen
Ursachen, Formen, Kosten und Auswirkungen. Sein Fazit: "Während in
vielen Bereichen nach Unternehmensoptimierungen gesucht wird, bleibt
beim Thema Mobbing das Geld auf der Straße liegen. Durch geeignete
Prävention können Unternehmen Mobbing verhindern. Damit werden z.T.
beträchtliche Produktivitätsverluste und dadurch verursachte Kosten
reduziert. Alleine der ungewollte Abgang einer gemobbten Sekretärin
kostet ein Unternehmen ca. 10.000 Euro an Such- und
Einarbeitungskosten."

Die Mediatorin und Soziologin Mag.a Gertraud Hinterseer ging der
Frage nach: Was kann man gegen Mobbing tun? Die Erfahrungen aus der
Praxis machen deutlich, dass die größten Chancen bei frühzeitigem
Eingreifen in die Mobbingdynamik bestehen. "Am Arbeitsplatz ist das
Dulden von unfairen, verdeckten Angriffen gegen eine Person
längerfristig mit hohen Kosten verbunden: menschlich, persönlich,
betrieblich und finanziell," weiß Mag.a Hinterseer.
AK-Präsident und Vorsitzender des ÖGB OÖ Dr. Johann Kalliauer
betrachtete das Thema Mobbing aus der Sicht der Arbeitnehmer/innen:
"Der Druck auf die Beschäftigten in den Betrieben nimmt zu und
gleichzeitig ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sehr
groß. Beides begünstigt Mobbing. Die Arbeiterkammer und der ÖGB
versuchen dem auf mehreren Ebenen entgegen zu wirken: Im Rahmen der
AK-Rechtsberatung werden auch von Mobbing betroffene
Arbeitnehmer/-innen beraten, und der ÖGB betreibt eine eigene
Mobbing-Hotline. Gewerkschaftsmitglieder, die wegen Mobbing eine
Therapie brauchen, erhalten Teile der Kosten vom ÖGB rückvergütet."

WK Vizepräsidentin Mag. Ulrike Rabmer-Koller: "Neben dem
menschlichen Schicksal und den Einzeltragödien, die sich beim
Auftreten von Mobbing am Arbeitsplatz auftun, bringt die Existenz von
Mobbing und deren Nichtlösung immer auch hohe wirtschaftliche
Verluste für die Unternehmen mit sich. Bei gemobbten Beschäftigten
geht die Arbeitszufriedenheit verloren und die Anzahl der
krankheitsbedingten Fehlzeiten nimmt zu. All das führt neben dem
angesprochenen menschlichen Leid zu sinkender Produktivität und nicht
zuletzt dazu, dass der Ruf des Unternehmens in Mitleidenschaft
gezogen wird. Für die Betriebe und nicht zuletzt die
Wirtschaftskammer als deren Interessensvertretung ist Mobbing deshalb
ein Thema, dem rechtzeitig entgegenzutreten ist."

Bischof Maximilian Aichern: "Mobbing macht die Seele krank.
Deshalb sind Konflikte und speziell Mobbing am Arbeitsplatz auch ein
Thema der Betriebsseelsorge, und deshalb gibt es auch das
Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge. Der Kirche ist wichtig, dass
der Mensch in der Arbeitswelt nicht unter die Räder kommt -
angesichts des steigenden Drucks muss dem Menschlichen mehr
Aufmerksamkeit gegeben werden. Um das berühmte Motto von Kardinal
Joseph Cardijn abzuwandeln: Jeder Mensch, jeder Arbeiter und jede
Arbeiterin ist mehr wert als alles Gold der Erde!"

Mobbing-Hotlines:
ÖGB OÖ: 0800 201270 (jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 17 bis
19 Uhr für Gewerkschaftsmitglieder)
AK-Rechtsberatung: 050/6906-1
Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge: 0732/7610-3610 (jeden Montag
von 17 - 20 Uhr, ausgenommen Feiertag).

OTS0088    2005-04-08/11:11

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

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