VP- Prochaska : Geschichtsbewältigung verlangt nach Wahrhaftigkeit, SPÖ soll sich von unrichtiger Legendenbildung verabschieden!

Wien (OTS) - "Wenn sich heute wieder einmal die SPÖ-Granden zur rituellen Abfeierung des Linzer Februaraufstandes von 1934 zusammenfinden und sich retrospektiv zu "Hütern der Demokratie" aufspielen wollen, muss man sie an den Slogan ihrer roten Vorväter in der 1.Republik erinnern, der da lautete: "Demokratie, das ist nicht viel - Sozialismus heißt das Ziel!". Die roten Legendenbildungen richten sich zwar im Lichte der historischen Wahrheit von selbst, dürfen aber nicht unwidersprochen bleiben, weil erfahrungsgemäß auch Lügen, vielfach wiederholt, in das sogenannte Allgemeinwissen Eingang finden, erklärte heute der ÖVP Wien Landtagsabgeordnete Johannes Prochaska. Niemand könne bestreiten, dass in der Ersten Republik das vielfach Trennende über das wenige Gemeinsame Dominanz hatte. Dazu trugen aber alle damaligen Politiker mit ihrer Verbalradikalität und ihrer unbarmherzigen Ablehnung des jeweils anderen Lagers heftig bei. Dass sich ausgerechnet die Sozialisten mit besonders deutschnationalen Phrasen hervortaten, verdrängen die heutigen Genossen nur allzu gern. Etwa Otto Glöckel, der per Weisung in den Wiener Schulen anstelle der Bundeshymne das Deutschlandlied singen ließ,Otto Bauer, der den österreichischen Patriotismus als reaktionäres Machwerk abtat und sich glühend zum Deutschtum bekannte, ein Julius Deutsch, der in Magdeburg rot-weiß-rote Grenzpfähle bei einer SPD-Kundgebung verbrennen ließ, über einen Julius Tandler, dem Vordenker der Euthanasie bis hin zum Übertritt ganzer Schutzbundabteilungen zur nationalsozialistischen SA.

Darin lägen genügend Gründe für die geistesgeschichtliche Vorbereitung des Anschlusses. Und sogar noch in der Exilsozialdemokratie wurden bis in die Vierzigerjahre Leute, die für die Wiedererrichtung eines selbständigen Österreich warben, ausgeschlossen. Das alles sollte die SPÖ eher nachdenklich stimmen, wie auch die Tatsache, dass sich die sozialistischen Akademiker nach 1945 als ideales Sammelbecken für Nationalsozialisten anboten.

"Auch dass in der Moskauer Emigration wesentlich mehr österreichische Sozialdemokraten hingerichtet wurden, als nach dem Februaraufstand Todesurteile verhängt wurden, plagt die Genossen nicht - für diese Genossen gibt es kein Gedenken, was einige Schlußfolgerungen zuläßt.Jedenfalls sei die Unversöhnlichkeit, der zynische Hohn über den NS-Kanzlermord an Engelbert Dollfuß und das Fehlen jeglicher Selbstkritik über eigene Fehler, welches vor allem die Wiener Roten an den Tag legen, bestenfalls ein Zeichen mieser Diskussionskultur und der unhistorischen Ignoranz gegenüber dem alleinigen opferreichen christlich-sozialen Widerstand gegen den Nationalsozialismus", schloss Prochaska.

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