"Tiroler Tageszeitung" - Kommentar: "Personalrochaden" (Von Frank Staud)

Ausgabe vom 7. Februar 2005

Innsbruck (OTS) - Landeshauptmann Herwig van Staa ist derzeit
nicht zu beneiden. Er kurbelt an allen Ecken und Enden. Doch so richtig rund will der Motor in Tirol nicht laufen.
Schon lange überlegt van Staa daher, wie er in diversen Bereichen mit personellen Rochaden für mehr Dynamik sorgen könnte. Doch momentan sind ihm die Hände gebunden. Das beginnt bei der Landesregierung. Der Landeshauptmann ist sich bewusst, dass eine Regierungsumbildung sitzen muss. Schließlich wäre das eine entscheidende Weichenstellung für die Landtagswahl 2008. Wenn, dann würde also nur eine gröbere Rochade Sinn machen. Doch dafür fehlt ihm innerparteilich momentan die Stärke.
Die Bünde beharren auf ihrer Hausmacht. Daher weiß van Staa ganz genau, dass er bei einer Regierungsumbildung an Bauernobmann Toni Steixner nicht vorbeikommen würde. Beim AAB stünde der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner bereit. Beides solide Personalvarianten, aber wohl keine Signale von Erneuerung und Aufbruch. Daher bleibt dem Landeshauptmann nichts anderes übrig, als zu warten und mit der alten Truppe zu regieren.
Ähnlich die Situation bei der Tiwag. Mit Bruno Wallnöfer hat van Staa einen Vertrauensmann an der Spitze installiert. Er räumt mit eisernem Besen alte Pfründe auf, verkörpert aber nicht den Führungsstil eines modernen Managers. Vor allem beim geplanten Bau neuer Wasserkraftwerke wurde bereits viel Porzellan zerstört. Die Idee, Tunnelbauer Hans Lindenberger zu bestellen, wäre gut gewesen. Jetzt kommt wohl eine andere Rochade. Abzuwarten bleibt, ob van Staa Wallnöfer nur einen Mediator zur Seite stellt.
Bei der Hypo hingegen kämpft van Staa mit anderen Sorgen. Deren Vorstandschef Hannes Gruber ist so solide und smart, dass er bisher kein Profil gewann. Schon einige Male schaffte es Gruber, dem Landeshauptmann die Zornesröte ins Gesicht zu treiben. Mit der Entscheidung für viele neue Dienstautos steigert er seine Beliebtheit beim Chef sicher nicht.

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