Dienstleistungsscheck: Hilfswerk schlägt Alternativmodell vor

NÖ Hilfswerk-Präsident Ernst Strasser: "Ordentliche Beschäftigungsverhältnisse dürfen nicht benachteiligt werden!"

Wien (OTS) - Kurz nach Ende der Begutachtungsfrist des Dienstleistungsschecks warnt das Hilfswerk noch einmal eindringlich vor Risken des vorgelegten Modells: "Die Gefahr, dass Menschen aus ordentlichen Beschäftigungsverhältnissen gedrängt werden ist groß", betont Dr. Ernst Strasser, Präsident des NÖ Hilfswerks. Da der Dienstleistungsscheck mit weniger Nebenkosten belastet sei als ein reguläres Dienstverhältnis, komme er dem Auftraggeber somit billiger. Über kurz oder lang wäre die Konkurrenzfähigkeit am Markt nicht mehr gegeben.

"Es kann nicht sein, dass durch den Dienstleistungsscheck Sonderbeschäftigungsformen privilegiert werden. Ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis bietet soziale Sicherheit und darf unter gar keinen Umständen benachteiligt werden!" so Strasser. "Es ist zu befürchten, dass eine gut gemeinte Aktion nach hinten los geht. Daher appellieren wir dringend, das vorgelegte Modell entsprechend nachzubessern!"

Das Hilfswerk schlägt ein alternatives Modell vor, das eine Einlösung der Dienstleistungsschecks bei qualifizierten Trägerorganisationen von Haushaltsdiensten vorsieht. Verbunden mit einer entsprechenden AMS-Förderung für die Beschäftigten kann dies eine wirksame Maßnahme zur Integration von Langzeitarbeitslosen und WiedereinsteigerInnen sein. "Trägerorganisationen wie das Hilfswerk können für die soziale Absicherung und die Weiterqualifizierung der Beschäftigten sorgen", so Strasser. "Und wenn ein guter Teil der geförderten Personen danach vermittelt werden kann, rechnet sich der Dienstleistungsscheck schon nach einigen Jahren." Weiters bestünde so die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienste familienunterstützend und zu sozialen Tarifen anzubieten, als Ergänzung zu qualifizierten Diensten wie der Hauskrankenpflege oder Heimhilfe.

Im NÖ Hilfswerk sind derzeit rund 150 Personen - vorrangig Frauen - im Haus- und Wohnservice beschäftigt, die Reinigungs- und Gartenarbeiten in Privathaushalten übernehmen. Die MitarbeiterInnen sind angestellt. somit sozial abgesichert, und haben im Hilfswerk die Möglichkeit zur Aufschulung und Weiterqualifizierung.

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