"Neues Volksblatt" Kommentar: "Lähmung" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 31. Jänner 2005

Linz (OTS) - =

Mit der Entscheidung der ÖVP, den Wehrdienst schon ab
1. Jänner 2006 auf sechs Monate zu verkürzen, hat sie bei den anderen Parteien für Verwirrung und für lange Gesichter gesorgt.
Die FPÖ ist beleidigt, weil sie nicht gefragt worden ist und sieht sogar einen Bruch des Koalitionsabkommens.
Das Problem der FPÖ ist, dass sie zurzeit sehr mit den Neugründungs-und anderen Ideen aus Kärnten und sonstigen Interna beschäftigt ist; das kostet Zeit und Kraft, die fürs Regieren gebraucht würde.
Und die SPÖ steht überhaupt da wie der berühmte Hund, dem man den Knochen weggenommen hat. Denn Wehrdienstverkürzungen - das war bisher SPÖ-Angelegenheit.
Die Erklärung des SPÖ-Geschäftsführers, seine Partei werde für die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate zur Verfügung stehen, klingt wie der Versuch, in dieser für die Jugend so wichtigen Sache doch noch ein paar Brösel vom Tisch der Regierung zu ergattern.
Er ist schon gspaßig: Während SPÖ-Politiker von Zerfall und Lähmung der Regierung reden, zieht die ÖVP eine neue Reform durch.
Wer, Genossen, ist jetzt wirklich gelähmt?

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