"profil": Libro-Pleite: Neues Gerichtsgutachten belastet ehemaligen Vorstand und Aufsichtsrat

Fragwürdige Bilanzierung vor Börsegang 1999 - Tochter Libro Deutschland um 10,2 Millionen Euro zu hoch bewertet

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, verdichten sich die Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten in den Büchern der 2001 kollabierten Handelsgruppe Libro. Nach einem "profil" vorliegenden 307 Seiten starken ersten Teilgutachten des gerichtlich beauftragten Sachverständigen Martin Geyer soll die frühere Tochter Libro Deutschland bei der Erstellung des Jahresabschlusses 1998/99 ungerechtfertigterweise um umgerechnet 10,2 Millionen aufgewertet worden sein, um so einen höheren Bilanzgewinn darzustellen. Der wiederum Grundlage für die Ausschüttung der bis heute umstrittenen Sonderdividende in der Höhe von 32 Millionen Euro gewesen war. Laut Gutachter Geyer wäre Libro Deutschland in der Bilanz nicht mit 10,2 Millionen Euro, sondern mit "null" anzusetzen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt gegen den flüchtigen ehemaligen Libro-Chef André Rettberg, Ex-Vorstandskollegen Johann Knöbl, Ex-Aufsichtsratspräsident Kurt Stiassny und weitere Aufsichsräte unter anderem wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs und der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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