"Neues Volksblatt" Kommentar: "Gründlich" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 24. Jänner 2005

Linz (OTS) - =

Die PISA-Studie ist sicher Anlass für eine kritische
Betrachtung unseres Bildungssystems, aber kein Grund zur Panik, wie uns das viele einreden möchten. Um uns mit der Panik auch gleich ihre Bildungsprogramme zu verkaufen.
Ein Problem der PISA-Studie ist der Jubel beim letzten Mal, als wegen des guten Abschneidens kaum jemand die Methoden hinterfragte. Wer es dennoch tat und meinte, die Studie sei schmeichelhaft, Österreich habe trotzdem Reformbedarf, wurde als Nestbeschmutzer beschimpft. Wer heute die PISA-Studie methodisch durchleuchtet, wer Fragen stellt - etwa, warum im Grunde die gleichen Lehrer und Schüler in kurzen Abständen einmal gut und einmal schlecht abschneiden -, wer kritisiert, der wird als Schönredner hingestellt.
Tatsache ist, dass es im österreichischen Schulsystem Mängel gibt, aus welchen Gründen auch immer. Mängel beim Lesen oder in den Naturwissenschaften. Mängel, die behoben werden müssen. Aber nicht im Schnellverfahren, um Betriebsamkeit zu demonstrieren, sondern nach gründlichen Analysen und Beratungen. Damit mit der Reform nicht neue Probleme entstehen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001