Bartenstein: Senkung der tödlichen Arbeitsunfälle 2003 - Reform des Arbeitnehmerschutzes bewährt sich

Tätigkeitsbericht der Arbeitsinspektion 2003 fertig gestellt

Wien (BMWA/OTS) - "Das Arbeitnehmerschutz-Reformgesetz hat einen bedeutenden Beitrag zur Senkung der Arbeitsunfälle geleistet, dies belegen auch die Daten des nun vorliegenden Tätigkeitsbericht 2003 der Arbeitsinspektion ", stellte heute Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein fest. So nahm die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle von 120 auf 103 spürbar ab, wenngleich die Gesamtzahl aller Arbeitsunfälle in Österreich von 98.500 auf 103.600 angestiegen ist. Dieser Anstieg betraf lediglich die leichteren Arbeitsunfälle (ohne Krankenstand oder mit bis höchstens drei Krankenstandstagen). Ziel muss es aber sein, so Bartenstein, die Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren, denn jeder Arbeitsunfall ist genau einer zuviel.****

Besonders bei den Beschäftigten im Baubereich, die einem sehr hohen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind, haben gezielte Information sowie verstärkte Kontrollen dazu geführt, dass die Zahl der tödlichen Absturzunfälle im Bauwesen von 2002 auf 2003 um fast ein Viertel zurückgegangen sind. Auch die Gesamtzahl der tödlichen Arbeitsunfälle im Bau ist rückläufig und sank im selben Zeitraum um 5,6 %. Im Sinne der Senkung der Arbeitsunfälle im Bauwesen wurde die Zahl der Überprüfungen auf auswärtigen Arbeits- und Baustellen deutlich gesteigert, und zwar um über 26 %.

Im Bericht wird weiters aufgezeigt, dass 2003 von den 316 Arbeitsinspektorinnen und -inspektoren insgesamt 48.400 Betriebsstätten und 15.300 Arbeits-(Bau-)stellen überprüft wurden. Bei 23.100 oder mehr als 36 % aller überprüften und bei fast 47 % der inspizierten Betriebsstätten und auswärtigen Arbeits-(Bau )stellen wurden Übertretungen von Arbeitnehmerschutzvorschriften festgestellt. Gegenüber dem Vorjahr (fast 37 % bzw. über 45 %) nahm der Anteil an Übertretungen bei den Inspektionen etwas zu. Von den insgesamt 83.200 Übertretungen (ohne Lenkkontrollen) betrafen 76.900 den technischen und arbeitshygienischen Arbeitnehmerschutz, 6.200 den Verwendungsschutz und 73 die Heimarbeit. Rund 39 % der im Bereich Verwendungsschutz festgestellten Mängel (ohne Lenkkontrollen) betrafen das Arbeitszeitgesetz. Zusätzlich wurden bei Lenkkontrollen 128.100 Arbeitstage von Lenkerinnen und Lenkern überprüft und dabei 6.000 Mängel festgestellt. Insgesamt wurden von der Arbeitsinspektion knapp mehr als 1.500 Strafanzeigen - um ein Viertel weniger als im Jahr 2002 - erstattet.

Zusätzlich wurden im Berichtsjahr als weitere Schwerpunktaktion die Europäische Kampagne im Bauwesen 2003 durchgeführt und die Kampagne "Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bäckereien" sowie das "Kids-Projekt" fortgeführt. Zur Beratung und Information erarbeitete die Arbeitsinspektion eine Broschüre über Alleinarbeitsplätze, eine Anleitung über die manuelle Lasthandhabung in Supermärkten sowie einen Leitfaden für Sicherheits- und Gesundheitsmanagementsysteme. In Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern wurde ein Projekt zur Ausarbeitung eines praktischen Leitfadens zur Umsetzung der Lärmrichtlinie im Unterhaltungssektor gestartet.

Der nun vorliegende Bericht über die Tätigkeit der Arbeitsinspektion für das Jahr 2003 wird von Arbeitsminister Bartenstein in den nächsten Tagen dem Nationalrat zugeleitet werden.

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