Neues Volksblatt" Kommentar: "Gefordert" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. Jänner 2005

Linz (OTS) - Die katholische Kirche in Österreich hat es derzeit wirklich nicht leicht. Zwar sind die Wogen der St. Pöltner Erregungen einigermaßen verebbt, doch mehr als die Ruhe vor einem neuen Sturm scheint das nicht zu sein. Zumindest wenn man sich die nach und nach bekannt werdenden Austrittszahlen der einzelnen Diözesen ansieht, ist da noch einiges an Diskussion zu erwarten. Dabei geht es gar nicht nur ums Geld, das weniger wird. Immer mehr Pfarren können nicht mehr mit einem eigenen Priester besetzt werden, darunter leidet - um es einmal ganz profan auszudrƒcken - die Servicequalität. Um in dieser Diktion zu bleiben: Im Wettbewerb der Werte und Weltanschauungen gerät man da schnell ins Hintertreffen. Mit neuen Seelsorgemodellen versuchen die Kirchenverantwortlichen, den geänderten Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Der damit verbundene verstärkte Einsatz von qualifizierten Laien mag die pastorale Arbeit auf eine breitere Basis stellen, akzeptiert wird sie aber bei Weitem nicht überall. Jenen, die glauben, Verteidiger der reinen Lehre sein zu müssen, ist der Geist des Zweiten Vatikanums immer noch ein Gräuel.

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